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BVT-Chef Gridling sagte im Strasser-Prozess aus

Mit der Einvernahme von Peter Gridling, Direktor des Bundesamts für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung BVT, und mehrerer Ex-Assistentinnen von Ernst Strasser ist am Dienstag der Prozess gegen den ehemaligen Innenminister fortgesetzt worden. Gridling sagte, er habe erst nach Auffliegen der Korruptions-Affäre von der Vermutung Strassers erfahren, diesem sei ein Geheimdienst auf den Fersen.
Journalisten werden doch geladen
“Everybody likes a lucky client”
Strasser auf der Anklagebank
Strasser-Prozess wird fortgesetzt
"Have to take care about my body"


Strasser habe ihn im April 2011 “um Rat gebeten, weil er die Einladung eines russischen Geschäftspartners zu einem Konzert hatte”, sagte der BVT-Chef. Der Ex-Minister habe diesen Umstand mit einem Geheimdienst in Verbindung gebracht.

Auf die Frage von Richter Georg Olschak, ob auch von einem “westlichen Geheimdienst” die Rede gewesen sei, erklärte Gridling, er habe Strasser auf die vermeintliche Londoner Lobbying-Agentur Bergman & Lynch angesprochen, hinter der sich die beiden britischen Aufdeckungs-Journalisten getarnt hatten, denen Strasser auf den Leim gegangen war. Strasser habe die Frage verneint, ob Bergman & Lynch mit einem Geheimdienst zu tun haben könnten.

Strasser behauptet bekanntlich, das Spiel der Journalisten von Anfang an durchschaut und sich nur zum Schein auf die Gespräche mit den falschen Lobbyisten eingelassen zu haben, weil er den Verdacht hatte, im Visier eines Geheimdiensts zu stehen. Er habe die Agenten bzw. deren Auftraggeber aufdecken wollen. Zum BVT sei er deshalb nicht gegangen, weil man dem Verfassungsschutz einerseits “pfannenfertige Unterlagen” liefern müsse und er andererseits befürchtet hätte, mit seinen noch vagen Hinweisen “von denen ausgelacht” zu werden, wie der Angeklagte in der Vorwoche festgestellt hatte.

Zuvor hatte eine Ex-Assistentin Strassers erzählt, im Herbst 2010 habe Strasser erstmals erwähnt, dass er seiner Vermutung nach von einem Geheimdienst überwacht werde. Strassers Verhalten sei “fast schon paranoid” gewesen: Er habe ihr etwa einmal “im Vorbeigehen” einen Zettel hingelegt, auf den er gekritzelt hatte, “dass wir abgehört werden”. Auch eine weitere frühere Mitarbeiterin des Angeklagten bestätigte, dass Strasser einen Geheimdienst-Verdacht gehegt habe.

Der Prozess wird am kommenden Donnerstag mit weiteren Zeugenbefragungen fortgesetzt. Geladen ist unter anderem der nunmehrige ÖVP-EU-Delegationsleiter Othmar Karas.

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