Bush räumt Fehler bei Katastrophenhilfe ein

US-Präsident George W. Bush hat Fehler und Versäumnisse im Zusammenhang mit dem verheerenden Wirbelsturm "Katrina" eingeräumt. Die Katastrophenhilfe sei nicht gut koordiniert und in den ersten Tagen kaum zu schaffen gewesen.

So Bush am Donnerstagabend in einer Rede an die Nation, die er im berühmten French Quarter von New Orleans hielt. Der Präsident gab aber auch ein Versprechen ab: New Orleans und die vom Hurrikan „Katrina“ verwüstete Golfküste würden „wieder auferstehen“.

Der Präsident übernahm die Verantwortung für Fehler beim Katastrophenschutz: „Wenn die Bundesregierung dieser Pflicht nicht nachkommt, bin ich als Präsident für das Problem verantwortlich und für dessen Lösung.“ „Es ist jetzt klar, dass eine Herausforderung von solchem Ausmaß eine größere Verantwortung der Bundesregierung und eine größere Rolle der Streitkräfte erfordert.“ „Die Amerikaner können mit Recht eine effektivere Reaktion im Falle einer Katastrophe erwarten“, betonte Bush.

Die Finanzierung des „größten Wiederaufbauprojekte, die die Welt je gesehen hat“, werde mit Bundesmitteln gesichert, erklärte Bush. Die Regierung werde in der Katastrophenregion alles tun, was notwendig sei und so lange es notwendig sei, um den Menschen beim Wiederaufbau zu helfen, sagte der Präsident. Er nannte allerdings keine konkreten Zahlen.

US-Parlamentarier gehen davon aus, dass der Wiederaufbau 200 Milliarden Dollar kosten könne; mehr als der Krieg im Irak. Schnellstmöglich sollen alle Obdachlosen wieder ein eigenes Dach über dem Kopf bekommen. „Unser Ziel ist es, die Leute aus den Notunterkünften bis Mitte Oktober herauszubekommen“, sagte Bush.

Es war die erste Rede an die Nation seit dem Hurrikan vor zwei Wochen. Die Regierung wurde nach dem Sturm scharf kritisiert, weil Hilfsaktionen zu spät und zu langsam in Angriff genommen wurden. Umfragen zeigten große Zweifel in der Bevölkerung an der Fähigkeit des Präsidenten und seiner Regierung, auf solche Krisen angemessen zu reagieren.

Zugleich appellierte er an die Städte, angemessene und aktuelle Pläne zur Reaktion auf Naturkatastrophen, Epidemien und Terroranschlägen zu erarbeiten, sowie zur Evakuierung großer Gebiete und zur Versorgung großer Menschenmengen. Detaillierte Notfallpläne seien von größter Bedeutung für die Sicherheit des Landes. In Folge des Hurrikans „Katrina“ kamen mehr als 700 Menschen ums Leben, rund eine Millionen mussten ihre Wohnorte verlassen.

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