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Burundi: Annan über Blutbad „schockiert“

UNO-Generalsekretär Kofi Annan hat sich über das Massaker im Flüchtlingslager Gatumba in der afrikanischen Republik Burundi „schockiert und entrüstet“ gezeigt. Zwischen 150 und 165 Menschen wurden auf grausame Weise getötet.

Annan fordere eine Untersuchung, um die Verantwortlichen dieser Gewalttat zu identifizieren und der Justiz zu überstellen, erklärte Annans Sprecher Fred Eckhard.

Auch der UN-Sicherheitsrat hatte zuvor den Rebellenangriff „mit der größten Schärfe“ verurteilt und eine sofortige Bestrafung der Täter gefordert. Dabei rief der Weltsicherheitsrat in seiner in New York veröffentlichten Erklärung die Regierungen Burundis und der benachbarten Demokratischen Republik Kongo zur Zusammenarbeit auf.

Außerdem wurden die beiden UN-Beauftragten für den Kongo und Burundi mit einer Untersuchung beauftragt. Die Fakten sollen schnellstmöglich dem höchsten UN-Gremium vorgetragen werden. Nach Angaben von Diplomaten hielt es der UN-Rat für verfrüht, sich zu den Verantwortlichen des Massakers zu äußern.

In dem Lager lebten überwiegend Flüchtlinge der Tutsi-Volksgruppe aus der Demokratischen Republik Kongo. Burundische Rebellen der Nationalen Befreiungskräfte (FNL), die der Hutu-Volksgruppe angehören, bekannten sich zu dem Angriff.

FLN-Sprecher Pasteur Habimana erklärte, seine Kämpfer hätten Soldaten verfolgt, die sich nach einem Angriff der FLN auf einen nahe gelegenen Militärstützpunkt in dem Lager versteckt hätten. Der burundische Präsident Domitien Ndayizeye widersprach nach einem Besuch vor Ort dieser Darstellung. „Ich habe keine einzige Leiche von Soldaten gesehen, sondern nur von kleinen Kindern, Frauen und alten Menschen“, erklärte er.

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