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Burmesische Junta beschlagnahmt Hilfslieferungen

©AP
Das burmesische Militärregime hat nach Angaben der UNO alle bisher in das Land geflogenen Hilfsgüter für die Opfer des Zyklons "Nargis" beschlagnahmt. Die Unterstützung werde deshalb vorerst ausgesetzt, erklärten die Vereinten Nationen am Freitag.
Amnesty: "Burma-Referendum verspottet Menschenrechte"

Zuvor hatte die UNO die Weigerung der Junta, keine internationalen Katastrophenhelfer ins Land zu lassen, als beispiellos verurteilt.

Zuvor hatte die UNO die Weigerung der Junta, keine internationalen Katastrophenhelfer ins Land zu lassen, als beispiellos verurteilt.

Das burmesische Außenministerium ließ verlautbaren, man nehme zwar Versorgungsgüter entgegen, wolle aber keine ausländischen Katastrophenhelfer im Land. Man sei zwar dankbar für Hilfsgüter aus dem Ausland, wolle diese aber selbst verteilen, hieß es.

Bei Burmesischen Botschaften in aller Welt seien Visaanträge für Katastrophenhelfer gestellt worden, hieß es seitens des Welternährungsprogramms (WFP). Bisher sei aber noch keiner genehmigt worden. Die UNO warnte vor einer dramatischen Verschlechterung der Lage, sollten nicht bald weitere Hilfsgüter in Burma eintreffen. Im Katastrophengebiet droht Seuchengefahr.

“Die Menschen in Burma brauchen dringend unsere Hilfe”, bekräftigte am Freitag Caritasdirektor Landau. Mit 25 Euro könnte ein Überlebenspaket für eine fünfköpfige Familie für eine Woche geschnürt werden – mit zwölf Kilo Reis und einem Liter Öl. Auch Kardinal Schönborn bat die Österreicher um Unterstützung.

Der Zyklon “Nargis” könnte nach Einschätzung einer US-Diplomatin 100.000 Menschen das Leben gekostet haben. Die burmesischen staatlichen Medien bezifferten die Opferzahl auf knapp 23.000, mehr als 42.000 Menschen galten demnach als vermisst. Rund 1,5 Millionen wurden obdachlos.

Die Militärjunta ist dennoch entschlossen, das für Samstag geplante Verfassungsreferendum durchzuziehen. Das Sprachrohr des Regimes, “The New Light of Myanmar”, rief am Freitag alle erwachsenen Bürger auf, sich an der Volksabstimmung zu beteiligen und mit “Ja” zu stimmen.

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