Bundesheer: Vorarlberger Widerstand gegen Abschaffung der Militärmusik

Vorarlberg will Militärmusik nicht ohne Weiteres aufgeben.
Vorarlberg will Militärmusik nicht ohne Weiteres aufgeben. ©VOL.AT/Philipp Steurer
Vorarlberg will die im Reformkonzept vorgesehene Streichung der Militärmusik nicht ohne Weiteres hinnehmen. Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) erklärte, man werde sich das Reformpapier genau anschauen und forderte von Verteidigungsminister Gerald Klug (SPÖ) Gesprächsbereitschaft. Der Militärmusik komme in Vorarlberg eine große Bedeutung in Bezug auf die Blasmusik zu.
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Wallner betonte, dass die Kernaufgaben des Bundesheers weiter erfüllt bleiben müssten – im Wesentlichen der Katastrophenschutz und die Sicherstellung der Grundwehrausbildung. Das Reformkonzept werde intensiv dahin gehend überprüft werden. Mit der Auflassung der Militärmusik in Vorarlberg “sind wir nicht einverstanden”, so der Landeshauptmann. Es gebe eine enge Vernetzung zwischen der Militärmusik und der Blasmusikszene. Auch der Blasmusikverband spreche sich für die Erhaltung aus.

Vorschläge zur Erhaltung der Militärmusik

Landesrat Erich Schwärzler (ÖVP) sagte, man habe bereits einen Verein für die Militärmusik gegründet, der diese auch finanziell unterstützen soll. Ausreichend für die Finanzierung wird das allerdings nicht sein. Ein weiterer Vorschlag des Vorarlberger Sicherheitsreferenten wäre, die Bezahlung für Auftritte bei Veranstaltungen direkt in die Finanzierung der Militärmusik im Land zu stecken.

Musikanten helfen auch im Katastrophenfall

In Vorarlberg sei die Militärmusik anders als in manchen östlichen Bundesländern “ein fixer Bestandteil des Katastrophenschutzes”. Hierzulande sei klar, “im Katastrophenfall muss die Mannschaft die Instrumente zur Seite legen und die Schaufel in die Hand nehmen.”

Schwärzler: Volksentscheid respektieren

Kritik an den Bundesheer-Einsparungen übte Schwärzler nicht. Nur soviel: “Es hat vor eineinhalb Jahren eine Volksbefragung mit einem ganz klaren Ergebnis gegeben”, sagte der Vorarlberger Sicherheitsreferent. Diesen Volksentscheid gelte es zu respektieren. Was er ablehne, wäre “eine Abschaffung des freiwilligen Bundesheeres durch die Hintertür”.

Militärkommandant “grundsätzlich erleichtert”

“Grundsätzlich bin ich erleichtert”, erklärt Vorarlbergs Militärkommandant Brigadier Ernst Konzett. “Wichtiges ist erhalten geblieben, der Wermutstropfen schmerzt jedoch.” Schließlich bleibt sowohl das Bataillon in Bludesch erhalten wie auch die Spezialisierung auf den Einsatz im Gebirge – beides wichtig für den Katastropheneinsatz. Auch die beiden Milizkompanien fielen dem Rotstift nicht zum Opfer.

Dennoch, das Militärkommando müsse 15 Prozent des Personals einsparen – und dies sei eben die Militärmusik. “Es wird auch weiterhin Konzerte der Militärmusik in Vorarlberg geben, sie ist aber nicht mehr in Bregenz stationiert. Konzett vergleicht die Situation mit den Pionieren. So gibt es schon seit Jahren nur mehr drei aktive Pionierbataillone. Diese sind gleichfalls für mehrere Bundesländer zuständig – auch im Katastrophenfall.

“Ist ein Schlag”

Wolfram Baldauf vom Vorarlberger Blasmusikverband bezeichnet das Ende der Vorarlberger Blasmusik als Katastrophe. Die Entscheidung sei ein Willkürakt, der keine Einsparung bringe. Stattdessen werde eine attraktive Form des Wehrdienstes zerstört.

“Für uns Blasmusikanten ist dies ein Schlag”, betont er die Funktion der Militärkapelle als Kaderschmiede der Blasmusikvereine. Nicht zuletzt da die Militärmusik oft für karitative Zwecke aufspiele, sieht er auch Hilfsorganisationen unter den Opfern dieser Entscheidung.

Schließung von 13 Kasernen

Neben der Reduzierung der Militärmusikkapellen von neun auf vier sollen im Rahmen des am Freitag präsentierten Reformkonzepts fürs Bundesheer 2018 auch 13 Kasernen in Österreich geschlossen werden. Mehr…

(APA)

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