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Bürger bemängeln fehlende Aufklärung

Das BG Lustenau lehnt das von LR Mennel lancierte Forschungsprojekt zur gemeinsamen Schule in Lustenau ab.
Das BG Lustenau lehnt das von LR Mennel lancierte Forschungsprojekt zur gemeinsamen Schule in Lustenau ab. ©cth
Im Bürgerforum wird die mangelnde Information zum geplanten Gesamtschulprojekt kritisiert. Lustenau. Das Thema Gesamtschule sorgt auch im Lustenauer Bürgerforum für regen Diskussionsstoff. So fordert Doris Blum, um dringende Aufklärung der Bevölkerung.
Bürger bemängeln fehlende Aufklärung

„Was soll an der Gesamtschule besser sein? Ich weiß, dass man jetzt die Kinder in die Mittelschule anmelden kann, in die das Kind nach seinen eigenen Stärken am besten passt. Das will heißen, dass das musikalische Kind in die Musikmittelschule gehen darf, das sportliche Kind in die Sportmittelschule und das künstlerische Kind in die Kreativmittelschule, und das Kind, das vielleicht Lesen als Hobby hat, kann in das Gymnasium. Da mein erster Sohn durch die Machtgewalt der Pädagogen nicht in das Lustenauer Gymnasium gehen darf, besucht er nun das Gymnasium in Dornbirn. Auch mein zweiter Sohn möchte nach Erfahrungen seines älteren Bruders gerne in das Gymnasium nach Dornbirn gehen. Wenn nun der Bürgermeister meint, er hat das Recht, über meinen Sohn zu verfügen und dass er als Versuchsobjekt eine Schule in Lustenau besuchen muss, kann ich da absolut nicht zustimmen“, so Blum und fordert dringend Aufklärung für die Bevölkerung, was Gesamtschule eigentlich bedeuten soll. Lang ärgert sich auch, dass man als Lustenauer Bürger über die Medien erfahren muss, was das Projekt „Gesamtschule“ angeht und nicht zuerst mit den Betroffenen spricht. Auch Gerhard Frick wundert sich über die Vorgehensweise. „Niemand hat bisher die Bevölkerung über die Vor- und Nachteile einer Gesamtschule informiert“, so Frick. 

Bürgermeister Dr. Kurt Fischer nimmt darauf Stellung. „Die besorgten Einträge im Bürgerforum zeigen, dass es hier unberechtigte Ängste und Missverständnisse gibt – allein schon deshalb, weil die konkrete Projektplanung erst am Anfang steht. Als Bürgermeister kann und möchte ich dass von Bildungslandesrätin Dr. Mennel geplante Modell unterstützen, weil ich in einem wissenschaftlich gut begleiteten Projekt für ein längeres gemeinsames Lernen eine große Chance für unseren Standort sehe“, so Fischer. „Das Projekt wird nur dann erfolgreich sein, wenn es gelingt, PädagogInnen, Eltern und natürlich auch die Kinder und Jugendlichen für den neuen Weg zu begeistern. Sollte die Modellregion Lustenau Wirklichkeit werden, steht es Eltern selbstverständlich weiterhin frei, ihre Kinder in andere Schulen zu schicken, z.B. in Gymnasien der Region oder Schwerpunktmittelschulen. Es soll niemand in ein neues Modell gezwungen, sondern für ein neues Angebot gewonnen werden – durch gute pädagogische Angebote und durch den Hinweis darauf, dass nach einer gemeinsamen Schulzeit bis zum 14. Lebensjahr viele Wege offen stehen: HAK/HASCH in Lustenau, Oberstufengymnasien (im neuen Modell dann sicher auch ein Angebot in Lustenau), HLW, HTL, Poly (mit anschließender Lehre) etc.“, so Fischer.

Hagen begrüßt Vorhaben

Bildungsreferent Ernst Hagen möchte noch hinzufügen: „Auch ich habe über das Vorhaben, in Lustenau einen Schulversuch Gesamtschule durchzuführen, über die Medien erfahren. Nicht sehr konstruktiv von den Verantwortlichen. Dennoch begrüße ich dieses Vorhaben. Schon deshalb, weil die Lehrkörper der Mittelschulen unserer Gemeinde sehr positiv dazu stehen. Diese waren in der Vergangenheit sehr bemüht, das Modell der Vorarlberger Mittelschule bestens umzusetzen. Offensichtlich mussten sie erkennen, dass ihre Schulen, trotz enormer Anstrengung, nicht erreichten, offen ausgesprochen, das Image einer “Restschule” in Konkurrenz zum Gymnasium abschütteln zu können. Das hat viele Gründe und wird in nächster Zeit offen diskutiert werden müssen.“ Hagen betont, dass eine gute Vorbereitung, in Zusammenarbeit mit allen Systempartnern, notwendig sein wird und es wird Aufgabe der Landesrätin sein, das diesbezügliche Einvernehmen mit den Lehrkörpern der Mittelschulen, des Gymnasiums und der Elternvereinigungen dieser Schulen herzustellen.

 

 

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