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Budapester demonstrierten für freie Universitäten und Kultur

Rund 2.000 gingen auf die Straße
Rund 2.000 gingen auf die Straße ©APA (AFP)
In Budapest haben rund 2.000 Menschen für die Freiheit der Universitäten und der Kultur demonstriert. Sie versammelten sich am Freitagabend vor dem Gebäude der Universität für Theater- und Filmkunst, das seit Wochenbeginn von den Studenten besetzt wird. Ihre Aktion richtet sich gegen die Aufhebung der Autonomie der Hochschuleinrichtung durch die rechtsnationale Regierung von Premier Viktor Orban.

Seit vergangenem Dienstag hat dort ein neues Kuratorium so gut wie alle Leitungsbefugnisse übernommen. Es ist ausschließlich mit Vertrauenspersonen der Regierung besetzt. Die Führungsgremien der bis dahin weitgehend autonomen Ausbildungsstätte für Theater- und Filmschaffende waren bereits am letzten Montag geschlossen zurückgetreten. Viele der besten Lehrkräfte kündigten aus Protest ihre Verträge und Lehraufträge. Die Studenten wollen mit der Besetzung der Uni erreichen, dass diese ihre Autonomie zurückerlangt.

Treibender Motor der Machtübernahme an der Theater-Uni ist der Kuratoriumspräsident Attila Vidnyanszky. Er ist zugleich Intendant des Nationaltheaters und genießt das Vertrauen Orbans. Ihm schwebt die Schaffung einer christlich-nationalen Kultur vor.

Das Berliner Ensemble sagte ein Gastspiel am Budapester Nationaltheater aus Solidarität mit der Theater-Uni ab. "Mit großer Bestürzung schauen wir auf die aktuellen Entwicklungen der Theaterszene in Budapest", teilte Intendant Oliver Reese am Freitagabend mit. Das Ensemble aus der deutschen Hauptstadt hätte mit seiner Interpretation der "Medea" von Euripides im kommenden Jahr beim internationalen MITEM-Festival auftreten sollen, das Vidnyanszky leitet.

Orbans Kritiker sehen in dem Konflikt den jüngsten Schritt der nationalistischen konservativen Regierung, linksgerichtete Institutionen unter ihre Kontrolle zu bringen. Mittlerweile kontrollieren Verbündete Orbans weite Teile von Ungarns Wirtschaft, Medien, Hochschulen und Kultureinrichtungen. Vergangenes Jahr war deshalb die Zentraleuropäische Universität (CEU) des aus Ungarn stammenden US-Milliardärs George Soros aus Budapest nach Wien gezogen.

(APA/dpa/ag.)

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