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Bruckner Fuge als „Sahnehäubchen“

Die Kantorei Rankweil machte den Auftakt zur Basilika-Konzertreihe 2012.
Die Kantorei Rankweil machte den Auftakt zur Basilika-Konzertreihe 2012. ©Hronek
Caldara „Stabat Mater“ mit der Kantorei Rankweil unter Gebhard Mathis in der Basilika. (amp) Dem Caldara „Stabat mater“ liegt als Text ein mittelalterliches Gedicht aus dem 13. Jahrhundert zugrunde.

In verschiedenen Bildern werden Marias Schmerzen beschrieben, die unter dem Kreuz stehend, ihren Sohn leiden sieht. Diesem sehr emotionalen Text hat der Italiener Antonio Caldara seine barocke musikalische Sichtweise zugeordnet. Ein Werk voller Dramatik. Eine interpretatorische Herausforderung, der sich die Kantorei Rankweil unter ihrem Gründer und Leiter Gebhard Mathis beim Eröffnungskonzert der Rankweiler Basilika-Konzerte mit Enthusiasmus stellt.

Zweifellos steckt da viel Probenschweiß dahinter, bis mit einem Laienchor ein derartiges Ergebnis erreicht wird. Da nimmt man dann auch schon ein paar Einschränkungen punkto Intonation der Soprane bei exponierten Höhen und zu wenig Fundament bei den Männern in Kauf. Undankbar sind die Solistenrollen für Monika Soltez (Sopran), Ingrid Zumtobel-Amann (Alt) und Habib Samadzadeh (Tenor). Sie können ihre Stimmen – mit Ausnahme von Szoltes – praktisch nur in Minisequenzen einsetzen. Instrumentale Unterstützung gibt es durch ein Streichquartett mit Andreas und Raikan Eisenhut, Zoltan Teglas und Werner Zudrell, sowie Bruno Oberhammer an der Basilika-Orgel.

 Oberhammer und Bruckner

Und Bruno Oberhammer ist es, der diesem Konzert mit Bruckners „Vorspiel und c-Moll Fuge“ quasi das „Sahnehäubchen“ aufsetzt.  Oberhammer lotet an der Basilika-Orgel mit seinem virtuosen Spiel, präziser Fugenführung und raffinierter Registrierung samt Schwellwerkeinsatz die dem Werk eigene Dramatik nuancenreich aus und interpretiert Bruckner mit der Reife eines erfahrenen Organisten. Ein Hörerlebnis.

 Passionschöre

Mit Bachs „Jesu meine Freude“, „Christe, du Lamm Gottes“ und Christus, der uns selig macht“, Bruckners „In jener letzten der Nächte“ und „Mein Gott, warum hast du mich verlassen“ von Friedrich Richter zeigt die Kantorei Rankweil ihr vielseitiges, teils recht anspruchsvolles Repertoire auf und überzeugt durch homogenen Chorklang. Gebhard Mathis zieht geschickt die dynamischen Fäden und lotet die Spannungsbogen den Möglichkeiten seiner Sängerschar entsprechend aus.

Begeisterung bei den zahlreichen Besuchern für eine ambitionierte Leistung.

Das nächste Konzert mit dem Ensemble „Primavera“ findet am 6. Mai um 20 Uhr statt.

 

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