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Briten wollen Corona-Impfstoff bei Valneva abbestellen

London will Impfstoff-Order stornieren
London will Impfstoff-Order stornieren ©APA/THEMENBILD
Großbritannien will den Vertrag mit dem österreichisch-französischen Impfstoffhersteller Valneva über eine Lieferung des geplanten Covid-Vakzins VLA2001 stornieren. Die Regierung in London berufe sich in einer Mitteilung auf ihr Kündigungsrecht, weil Verpflichtungen aus dem Liefervertrag verletzt worden seien, berichtete Valneva am Montag. Das bestreitet das Unternehmen aber vehement. Bestellt sind 100 Millionen Dosen für 2021/22, mit Option auf 190 Millionen Dosen bis 2025.

Valneva setze seinen Entwicklungsplan für den Corona-Impfstoff fort, hieß es in der Aussendung. Die Tests für die zulassungsrelevante Phase-3-Studie laufen bei Public Health England. Valneva hatte vor kurzem angekündigt, dass die Ergebnisse voraussichtlich Anfang des vierten Quartals vorliegen würden. Diese würden Teil des rollierenden Zulassungsverfahrens ("Rolling Review") für die bedingte Zulassung von VLA2001 bei der britischen Medicines and Healthcare Products Regulatory Agency (MHRA) sein. Vorbehaltlich der Daten werde Ende dieses Jahres die erste Zulassung in Großbritannien erwartet.

VLA2001 ist weiterhin der einzige inaktivierte, adjuvantierte Impfstoffkandidat ("Totimpfstoff") mit ganzen Viren, der sich in klinischen Studien gegen Covid-19 in Europa befindet. Bei inaktivierten Impfstoffen wird der Körper mit unschädlich gemachten Viren konfrontiert. Dadurch setzt sich das körpereigene Abwehrsystem mit dem Erreger auseinander und entwickelt die notwendige schützende Immunantwort. Dieser Ansatz ist seit langem erprobt.

Valneva-Chef Thomas Lingelbach riet dennoch vergangene Woche im ORF-Radio davon ab, auf einen Totimpfstoff zu warten. "Bei Corona ist jede Impfung besser als keine Impfung. Und ich versuche jeden, mit dem ich rede, dazu zu ermutigen, sich impfen zu lassen und nicht auf diesen Impfstoff zu warten", sagte er zu "Ö1". Lingelbach erwartete für seinen Impfstoff im ersten Halbjahr 2022 eine Zulassung in der EU, besonders bei Auffrischungsimpfungen werde er wichtig sein, betonte der Valneva-CEO.

Die in den vergangenen Wochen sprunghaften Aktien des Impfstoffherstellers, der durch den Zusammenschluss der österreichischen Intercell und der französischen Vivalis entstanden ist, sind am Montag um vierzig Prozent eingebrochen. Grund dafür ist der Verlust des besagten Großauftrags, den die britische Regierung für den derzeit in Entwicklung befindlichen Corona-Impfstoff storniert hat.

(APA)

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