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Bürger für strengere Bestrafung

Schwarzach - Für 62 Prozent der Vorarlberger geht die derzeitige Bestrafung von Gewalttätern nicht weit genug. Sie fordern ein härteres Vorgehen.

Diese Anzahl der Befragten hat sich in der großen „VN“-Meinungsumfrage von Dr. Edwin Berndt für eine strengere Bestrafung von Delikten gegen Leib und Leben ausgesprochen. Darunter fällt zum Beispiel Mord, Totschlag, fahrlässige Tötung und Körperverletzung, aber auch das Quälen von Kindern. „Frauen sind erwartungsgemäß stärker für eine strengere Bestrafung von derartigen Straftätern, 67 Prozent der weiblichen Befragten stimmen dem zu“, so Dr. Edwin Berndt.

Dr. Franz Pflanzner, leitender Staatsanwalt am Landesgericht Feldkirch, sieht derzeit jedoch keinen dringenden Handlungsbedarf in Sachen Strafverschärfung. „Die Rechtsprechung in Vorarlberg hat in den letzten Jahren auf die zunehmende Zahl von Aggressionsdelikten reagiert und verhängt weitaus strengere Strafen, das ist eindeutig zu beobachten. Früher gab es die Meinung, dass Vermögensdelikte im Vergleich zu Gewaltdelikten stärker geahndet werden, das hat sich aber geändert und angeglichen“, so Pflanzner im „VN“-Gespräch.

Die Strafrahmen der einzelnen Delikte seien durchaus ausreichend. „Man kann nicht immer die Höchststrafe verhängen, da spielen eben auch Faktoren wie Vorstrafen und die Art und Weise der Tatbegehung eine Rolle, man muss den konkreten Fall betrachten“, schildert Pflanzner. Das Problem sei, dass in der Bevölkerung zum Teil eine verzerrte Wahrnehmung stattfinde. Man verhandle am Landesgericht etwa 50 bis 70 Strafsachen in der Woche, berichtet werde aber nur ein Bruchteil davon. „Das beeinflusst natürlich die öffentliche Meinung.“

Geht es dagegen um geringe Strafen, wie zum Beispiel bei Verkehrs- oder Verwaltungsdelikten, sind die Vorarlberger wesentlich gnädiger. 85 Prozent sprechen sich dafür aus, dass bei Nichtzahlung kein Gefängnisaufenthalt droht, sondern eine Ersatzfreiheitsstrafe in Form von sozialer Arbeit.

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