Bregenzer Wahrzeichen Martinsturm soll durch Kultur belebt werden

Bregenz - Die Stadt Bregenz will dem Wahrzeichen der Landeshauptstadt, dem Martinsturm, mit einer erweiterten Nutzung neues Leben einhauchen.
Pressekonferenz in Bregenz

In dem barocken, dreistöckigen Zwiebelturm in der Bregenzer Oberstadt ist seit Mitte der 1980er-Jahre eine Militaria-Ausstellung eingerichtet, diese soll ab Mitte 2012 in eine neue stadtgeschichtliche Dauerausstellung eingebunden werden. Auch der bisher ungenutzte Keller und das Panoramastockwerk sollen verstärkt für Ausstellungen und Veranstaltungen verwendet werden.

Mit dem Bau des Martinsturms wurde vermutlich Mitte des 13. Jahrhunderts begonnen. Über dem Weinkeller der Grafen von Montfort errichtet, befanden sich darin ein Kornspeicher, Lagerräume sowie die mit Fresken bemalte, herrschaftliche Martinskapelle, deren Stiftung 1362 erstmals urkundlich erwähnt ist. Um 1600 wurden drei Geschoße sowie eine Zwiebelkuppel, laut Stadtangaben die größte Mitteleuropas, aufgesetzt. Der damit 39 Meter hohe Martinsturm gilt als das erste Barockbauwerk der Bodenseeregion. Während der Festspielsaison genießen tausende Besucher die Aussicht aus dem Turm, vielfach wird die Kapelle außerdem für Hochzeiten und Taufen genutzt.

Seit Ende 2010 arbeitet die Stadt Bregenz nun an einem neuen Nutzungskonzept für das ehrwürdige Gebäude. Bereits begonnen hat eine Sonderschau des Bregenzer Magazin4 mit Werken der in Wien lebenden Künstlerin Anna Witt. Ab 1. Mai feiert die Stadtmusik Bregenz mit der Ausstellung “Janitscharen, Musikbanden und Turmbläser” ihr 210-jähriges Bestehen. Dabei soll bis Ende Juni über Originalnoten, Bilder und Instrumente die Entwicklung der Blasmusik in Vorarlberg dargestellt werden. Als Ausstellungsraum dient der bisher brachliegende Keller des Martinsturms.

Am 16. Juni 2011 wird Rita Bertolini ihr neues Buch “Landpartie Vorarlberg. Eine Expedition in die Vergangenheit” im Bregenzer Wahrzeichen vorstellen, parallel dazu beginnt dort die gleichnamige Sommerausstellung der Stadt Bregenz. Die Autorin unternimmt auf 400 Seiten eine historische Bestandsaufnahme des Landes um 1900, die Schau zum Thema zeigt bisher unveröffentlichte Bilder und besondere Exponate.

Die stadtgeschichtliche Ausstellung ab Herbst 2011 ist mit “Was Sie immer schon über die Oberstadt wissen wollten, aber bisher nicht zu fragen wagten” betitelt. Kurator ist Stadtarchivar Thomas Klagian, der auch die neue stadtgeschichtliche Dauerausstellung ab Sommer 2012 vorbereiten wird. In diese soll auch ein Teil der Exponate der seit 1986 bestehenden Ausstellung des Vereins “Gesellschaft Vorarlberger Militärmuseum” einfließen.

Bürgermeister Markus Linhart (V), Kultur-Stadträtin Judith Reichart (V) und Kulturamtsleiter Wolfgang Fetz freuten sich am Mittwoch bei der Vorstellung des Programms über frischen Wind für das Wahrzeichen. “Wir wollen den Turm vom Keller bis zur Zwiebel mit Leben füllen”, so Reichart. Bürgermeister Linhart betonte, man sei sich zugleich der Verantwortung bewusst, die die Bespielung eines so geschichtsträchtigen Gebäudes mit sich bringe.

(Quelle: APA)

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