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Bregenzer Messerstecher erhängt sich im Knast

Der 43-Jährige war am Landesgericht Feldkirch zu 18 Jahren Haftstrafe verurteilt worden.
Der 43-Jährige war am Landesgericht Feldkirch zu 18 Jahren Haftstrafe verurteilt worden. ©VOL.AT/ Hofmeister
Bregenz, Steyr - Justizanstalt Garsten: Bregenzer schnürt sich mit Kabelbindern auf Toilette die Luft ab.

Am 14. Dezember 2009 sticht ein 43-Jähriger auf offener Straße in Bregenz mit einem Küchenmesser auf seinen Bekannten ein. Zwölf Mal. Der Messerstecher stiehlt ihm auch sein Geld. 2500 Euro. Die beiden sollen sich wegen eines Suchtmittel-„Geschäfts“ getroffen haben. Im September 2010 wird dem Bregenzer dann der Prozess am Landesgericht Feldkirch gemacht. Das Urteil: 18 Jahre Haft. Heute ist der Mann tot.  

Kommt nicht zurück

Seit rund einem Jahr sitzt der 43-Jährige in der Justizanstalt Garsten in Steyr ein. Er nimmt an einem Arbeitsprojekt teil. „Die Insassen helfen in Küchen und Wäschereien aus oder montieren Werkstücke in Fremdfirmen“, erklärt ein Mitarbeiter der Vollzugsdirektion Wien auf VN-Nachfrage. Der Bregenzer fällt nicht weiter auf. Nichts deutet darauf hin, dass der Häftling Selbstmordgedanken hegen könnte. Er geht auf die Toilette. Und kommt nicht wieder zurück. Er hat sich erhängt. Mit Kabelbindern. „Das ist richtig. Er hat sich mit den Kabelbindern die Luftzufuhr unterbrochen“, bestätigt der Beamte. Warum sich der Messerstecher das Leben genommen hat, ist nicht bekannt. „Es gab keine Indizien, die für einen Suizid gesprochen hätten.“ Er hinterließ auch keinen Abschiedsbrief.

Tod in der Zelle

„Es ist erstaunlich. Das kommt ganz selten vor. Wenn sich Gefängnisinsassen umbringen wollen, machen sie das meistens in der Zelle“, berichtet der Vollzugsdirektions-Mitarbeiter aus Erfahrung. Eine Arbeitsgruppe, die sich mit Suizid-Prävention befasst, wird den Fall nun überprüfen.

(VN/ Wolfgang Heyer)

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