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Über andere redet sich’s leichter

Mag. Cornelius Hell, Landesrätin Dr. Greti Schmid und Peter Kopf
Mag. Cornelius Hell, Landesrätin Dr. Greti Schmid und Peter Kopf ©A. J. Kopf
Erstaunte Gäste bei der Eröffnung zur Ausstellung, die derzeit im Landhaus zu 25 Jahren Schuldenberatung des Institutes für Sozialdienste (IfS) stattfindet.
25 Jahre Schuldenberatung des IfS

Denn der Festredner sprach nicht in erster Linie von den Schulden anderer Leute oder von der Hilfe, die Verschuldete bei der Schuldenberatung erhalten: Er redet über seine eigene Schuldengeschichte.

 

Zur Begrüßung gab es Informationen von Peter Kopf. Er leitet die Schuldenberatung seit 23 Jahren. Wieder einmal deponierte er mit Nachdruck den Wunsch nach einem Abbau der Hürden für den Privatkonkurs. Die sind in Österreich deutlich höher als in Nachbarstaaten. IfS-Chef Dr. Stefan Allgäuer erinnerte an die Anfänge dieses Angebotes. Damals stellte sich heraus, dass viele auch gesundheitliche Probleme der Menschen im Land durch Schuldenberge mit verursacht werden können. Seit der Gründung vor 25 Jahren haben beinahe 40.000 Menschen die Beratung in Anspruch genommen.

Festredner war Mag. Cornelius Hell, Literaturkritiker, Übersetzer und Essayist aus Salzburg bzw. Wien. Wenn ein Festredner zu solch einem Anlass spricht, so zitiert er meist kluge Untersuchungen und stellt seine – hoffentlich ebenfalls klugen – Gedanken dazu. Cornelius Hell hingegen beginnt bei der eigenen Kinderzeit, als das Abtragen der Hypothek immer wieder Thema ist und Anschaffungen tunlichst vermieden werden sollen. Dann baut er sein Haus. Die beauftragte Fertighausfirma geht vor der Fertigstellung des Hell’schen Hauses pleite, die Kosten zum Weiterbau schnellen in die Höhe. Scheidung, geringes und unregelmäßiges Einkommen eines Menschen im Kulturbetrieb, Unterhaltszahlungen – er schafft es nicht und verkauft.

Noch ein Verkauf

Schließlich hat sich Cornelius Hell nach Jahren finanziell erholt, beschließt den Erwerb einer relativ günstigen Altbauwohnung in Wien. Die Finanzierung, rät damals die Bank, macht man heutzutage am besten über einen endfälligen Frankenkredit. Auch der Sanierungskredit, der erforderlich wird – in Schweizer Franken und endfällig. Fällig wird dann nach dem Erstarken des Frankenkurses lediglich der zweite Verkauf einer Immobilie. Und weil die Wohnung schön saniert ist, ist Cornelius Hell nach Abschluss des Geschäftes zumindest schuldenfrei.

Hilfe nur für Banken?

Nun, in Bregenz findet er – wenig überraschend – kaum freundliche Worte für Banken, schließt sich aber selbst von der Schuld nicht aus. Und appelliert an Wirtschaft und Politik, den erforderlichen Beitrag zu leisten, dass in Krisenfällen nicht nur Banken unterstützt gehören, sondern auch jene Privatleute, deren Schulden sich nicht auf der Ebene von Millionen und Milliarden bewegen. Die aber in vielen Fällen dennoch beinahe daran zu zerbrechen drohen, weil ihnen niemand auch nur einen Euro nachsehen will.

Für seine herausragende Ansprache erhielt Cornelius Hell berechtigt besonders viel Applaus.

Landesrätin Dr. Greti Schmid lobte schließlich den Einsatz der Schuldenberatung und eröffnete die Ausstellung „Schuld(en)gefühle“, die durch Studierende der Fachhochschule gestaltet wurde. Lieder von Martina Breznik rundeten die Ausstellungseröffnung ab.

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