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Bregenz plant Glasverbot am See

Am Wochenende war die Bregenzer Polizei einfach machtlos: Mit der Digitalkamera hielten die Beamten fest, was an die 200 Jugendliche und Erwachsene an der Pipeline angerichtet hatten.

Das Scherbenmeer durften die Mitarbeiter des Bauhofs anderntags beseitigen. “Die rückten früher mit einem kleinen Pritschenwagen an“ , sagt Günter Jäger von der Stadt Bregenz, “ heute brauchen sie die große Kehrmaschine.“

Aus dem Kiesbereich muss man die Scherben einzeln aufklauben. Auch die Grillstellen haben gelitten. “Leute haben die großen Flussbausteine, die der Bauhof mit einem Kran extra hingebracht hat, ins Feuer gerollt, damit es sie zerreißt.“ Jetzt liegen überall scharfkantige Teile herum.

Der Vandalismus nimmt zu. Auch in den Häfen. Bürgermeister Markus Linhart, selber begeisterter Segler, erzählt von Betrunkenen, die auf fremden Booten übernachten, nachdem sie die Abdeckung aufgeschlitzt haben. Am Hafen vis ì vis der Post geschieht das offenbar öfter.

Schulende wird gefeiert

Neu sind die Probleme nicht. Was augenblicklich nahe dem Pfahlbaubad “ Mili“ tobt, nennt Günter Jäger “ Schoolout-parties“ . “Ist die Schule erst einmal wirklich vorüber, gehen viele auf Urlaub. Dann reduziert sich das Problem.“

Doch so heftig wie vergangenes Wochenende wurde noch nie gefeiert. Mag sein, dass der spät erblühende Sommer Schuld hat. Das Wochenende gab jedenfalls den Ausschlag für die gemeinsame Absicht aller Fraktionen, dem Treiben Einhalt zu gebieten. Und zwar rasch und nachhaltig.

Zusätzlich Security

Rasch, was die anbrechenden freien Tage anlangt. “Für dieses Wochenende haben wir von Security Lingg zusätzlich vier bis sechs Leute engagiert“ , die am Seeufer Ruhe garantieren sollen. Langfristige Lösungen wird kommenden Dienstag die Bregenzer Stadtvertretung suchen.

Linhart: “Günter Jäger bereitet eine entsprechende Verordnung vor.“ Der Bürgermeister “will niemanden vom See vertreiben“ , aber er möchte “entlang der Pipeline und am Mehrerauer Bodenseeufer seeseits des Radwegs“ ein vollständiges Glasverbot erlassen. “Ganztägig, sonst nützt es nichts“ . Ausnahmen wird es geben. Für genehmigte Veranstaltungen etwa oder für die Belieferung der Segel- und Motorboote. Auch der Ruderverein Wiking soll sein Sporthafenfest am 25. Juni unbeeinsprucht genießen können. Ansonsten aber regiert künftig die Pet-Flasche am See.

Mehr Kontrolle wird nötig sein

Wie sollen die neuen Spielregeln durchgesetzt werden? Da sagt Günter Jäger, sind Stadtpolizei und Wachdienste gefragt.

Er denkt daran, anfangs an den Zugängen zu den Badeplätzen Personen zu postieren, die Badegäste auf das neue Verbot aufmerksam machen. Vorbeugen ist in diesem Fall die halbe Miete. Sehen sich erst einmal zwei Stadtpolizisten gegen Mitternacht 50 Halbstarken gegenüber, die ihre paar Kisten Bier schon intus haben, gibt’s Randale. “Der Vollzug“ , sagt Jäger, “ist sicher die Achillesverse“ und will gut durchdacht sein.

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