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Bregenz im sozialen Wohnbau führend

Wohnungsamt im Bürgerhaus in Bregenz.
Wohnungsamt im Bürgerhaus in Bregenz. ©fst

Derzeit gibt es 3934 gemeinnützige Wohnungen in der Landeshauptstadt.

BREGENZ. (fst) In keiner anderen Gemeinde oder Stadt, gemessen an der Einwohnerzahl, aber auch in absoluten Zahlen, gibt es so viele gemeinnützige Wohnungen, wie in der Landeshauptstadt Bregenz. In Dornbirn mit knapp 46.000 Einwohner, gibt es nur 2805 gemeinnützige Wohneinheiten, in Feldkirch – etwa gleich groß wie Bregenz – 1258 und in Bludenz 1534 – mit knapp 14.000 Einwohnern etwa halb so groß wie die Landeshauptstadt. In Bregenz sind es bereits 3934 und in nächster Zeit kommen noch 280 neue Wohnungen hinzu.

“Explosive Mischung”

“Der Vorwurf, dass ich den Zuzug finanzkräftiger Menschen forciere und die finanzschwächeren lieber in den Nachbargemeinden untergebracht sehe, geht völlig an der Realität vorbei”, wehrt sich Bürgermeister Markus Linhart gegen die Aussagen von SP-Stadtrat Michael Ritsch. “Es stimmt jedoch, dass ich dem Bau kleinerer Wohneinheiten den Vorzug gebe. Eine Mischung aus sozialem Wohnungsbau mit Mietkaufmöglichkeiten, von privat vermieteten Wohnungen und Wohnungseigentum sowie betreutem Wohnen, verhindert Probleme, die immer wieder in Siedlungen entstehen, wenn die Zahl sozial schwacher Mieter oder Mieter mit nicht deutscher Muttersprache in der Überzahl sind. Darauf wurde in früheren Jahren leider viel zu wenig geachtet und so kam es in einigen Wohnanlagen zu einer recht explosiven Mischung”.

Vielfalt wird forciert

“Bei der Wohnungsvergabe wird heute auf diese wünschenswerte Vielfalt geachtet und, soweit möglich, bei Vergabe von Wohnungen in älteren Siedlungen diese Durchmischung angestrebt”, ergänzt Stadtrat Michael Rauth. “Wir sind uns der hohen Verantwortung gegenüber unseren sozial schwächeren Mitbürger durchaus bewusst, wollen aber Fehler, wie sie in der Vergangenheit gemacht wurden, vermeiden. Kleinere Neubaueinheiten lassen sich besser in die gewachsenen Strukturen eines Stadtteils integrieren, als große Neubausiedlungen.”

Gemeinwesenarbeit

Mit Gemeinwesenarbeit werden mögliche Probleme bereits im Vorfeld aus der Welt geschafft. Ergebnis all dieser Überlegungen ist etwa die Umplanung der Siedlung unter der Riedenburg, auch was die Bebauung des Böckle-Areals betrifft wurde noch nicht das letzte Wort gesprochen. Dass die Zahl der Wohnungssuchenden im Steigen begriffen ist, möchte Bürgermeister Linhart so nicht stehen lassen: “Seit vielen Jahren ist die Zahl der im Wohnungsamt vorgemerkten Wohnungssuchenden mit knapp über 1000 etwa gleich hoch. Unter diesen 1000 sind etwa 300 dringliche Fälle, die aber abgedeckt werden können.” Einmal in der Woche tagt der Wohnungsvergabebeirat, der auf Basis der von einem Fachgremium erarbeiteten Vorschläge den Bürgermeister bei der Wohnungsvergabe berät. Vorsitzender dieses Beirats ist Stadtrat Michael Rauth.

18 Vergaben diese Woche

“Diese Woche haben wir 18 Wohnungsvergaben beschlossen”, wie Michael Rauth berichtet. Neun dieser Wohnungsvergaben betreffen allerdings einen Wohnungstausch. Die Situation am Bregenzer Wohnungsmarkt ist zwar ernst, aber “dass die Situation für die vielen Wohnungssuchenden in Bregenz aus dem Ruder läuft”, wie Stadtrat Ritsch meint, weisen Linhart und Rauth entschieden zurück.

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