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Bregenz: Gestaltungswettbewerb für Widerstandsmahnmal

In der Landeshauptstadt Bregenz entsteht bis Sommer 2015 ein Widerstandsmahnmal.
In der Landeshauptstadt Bregenz entsteht bis Sommer 2015 ein Widerstandsmahnmal. ©Curt Huber
Das Denkmal wird im Sommer 2015 in der Landeshauptstadt enthüllt In der Landeshauptstadt Bregenz entsteht bis zum Sommer 2015 ein neues Mahnmal: Es soll an all jene Vorarlbergerinnen und Vorarlberger erinnern, die dem nationalsozialistischen Unrechtsregime den Gehorsam verweigert oder ...

Das Denkmal wird im Sommer 2015 in der Landeshauptstadt enthüllt

In der Landeshauptstadt Bregenz entsteht bis zum Sommer 2015 ein neues Mahnmal: Es soll an all jene Vorarlbergerinnen und Vorarlberger erinnern, die dem nationalsozialistischen Unrechtsregime den Gehorsam verweigert oder aufgekündigt haben. Für die Gestaltung des mit 15.000 Euro prämierten Widerstandsdenkmals schreibt die Stadt einen Wettbewerb aus.

Mit einem neuen Werk des Gedenkens will die Stadt Bregenz die Erinnerung an Wehrdienstverweigerer, Deserteure und Widerstandskämpfer aus Vorarlberg wachhalten. Es soll auch an alle Menschen erinnern, die sich gegenüber Verfolgten und Misshandelten trotz Verbots menschlich zeigten. Wie das Denkmal gestaltet wird, welcher künstlerischen Medien es sich bedient und wo es platziert wird, entscheidet ein Wettbewerb.

Verschiedene Formen der Aufarbeitung
Kunst- und Kulturschaffende aus Österreich und der Euregio Bodensee sind in der ersten Phase des Wettbewerbs eingeladen, Ideen für die Gestaltung des Denkmals einzureichen. Es muss sich dabei nicht notwendigerweise um ein klassisches Werk der Bau- oder Bildhauerkunst handeln. Möglich sind auch künstlerische Interventionen, Installationen, Performances, Internetprojekte und andere Formen der medialen Aufarbeitung.

„Voraussetzung ist, dass das Mahnmal dauerhaft im öffentlichen Raum für alle frei zugänglich zu sehen ist“, erklärt Kulturamtsleiter Wolfgang Fetz. Der genaue Aufstellungsort steht noch nicht fest: Auch diesbezüglich können die Teilnehmer des Wettbewerbs Vorschläge unterbreiten.

Fünf Ideen werden zu Entwürfen
Bis Freitag, den 16. Jänner 2015, haben Künstler die Möglichkeit, ihre Ideen anonym einzureichen. Die im Herbst 2012 gebildete und von der Stadt mit der Konzeption vertraute Arbeitsgruppe beurteilt die Ideen. Neben der inhaltlichen Dimension spielen auch die künstlerische Qualität, die Wahrnehmbarkeit im öffentlichen Raum sowie das Verhältnis des Entwurfs zur Umgebung eine Rolle.

Aus den Einreichungen werden fünf Favoriten ausgewählt und eingeladen, ihre Ideen in der zweiten Phase des Wettbewerbs zu Entwürfen auszuarbeiten. Zu den Mitgliedern der Arbeitsgruppe zählen die Historiker Werner Bundschuh und Meinrad Pichler, Stadtarchivar Thomas Klagian, die Kulturamtsleiter Winfried Nußbaummüller (Land Vorarlberg) und Wolfgang Fetz (Stadt Bregenz) sowie die Künstlerin Ruth Schnell.

Realisierung bis Sommer 2015
Eine noch zu nominierende Jury entscheidet Ende April darüber, welcher der fünf Entwürfe in der Landeshauptstadt realisiert wird. Der Gewinner erhält 15.000 Euro Preisgeld. Für die Errichtung des Mahnmals, das im Sommer 2015 enthüllt wird, stehen 60.000 Euro zur Verfügung. Insgesamt hat die Stadt Bregenz für die Realisierung samt Wettbewerb 90.000 Euro bereitgestellt.

Das geplante Widerstandsmahnmal ist ein weiteres Zeichen, das die Landeshauptstadt bei der Aufarbeitung der Geschichte setzt. Bereits seit den 1980er-Jahren erinnern Straßennamen und Gedenktafeln an die nationalsozialistischen Gräuel in Bregenz. Im Jahr 2011 wurde von Seiten der Bregenzer Grünen und der Johann-August-Malin-Gesellschaft die Errichtung eines Denkmals für Vorarlberger Wehrmachtsdeserteure und Wehrdienstverweigerer gefordert. Daraufhin beauftragte Bürgermeister Markus Linhart im Herbst 2012 eine eigens eingerichtete Arbeitsgruppe mit den Vorarbeiten. Im November beschloss der Stadtrat nun die Ausschreibung des Wettbewerbs.

Info: www.bregenz.gv.at

 

Wettbewerb Widerstandsmahnmal Bregenz

Termine

  • Phase 1 (anonym):
    Abgabetermin Ideenskizze: Freitag, 16. Jänner 2015
    Bekanntgabe: Montag, 23. Februar 2015
  • Phase 2:
    Abgabetermin Entwurf: Freitag, 10. April 2015
  • Jury-Sitzung: Ende April 2015
  • Bekanntgabe: nach der Jury-Sitzung
  • Enthüllung: Sommer 2015
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