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Bregenz: 10 Daten und Fakten zu Seequartier und Seestadt

181 Millionen Euro soll das gesamte Projekt kosten.
181 Millionen Euro soll das gesamte Projekt kosten. ©Amt der Stadt Bregenz
Bregenz - Im dritten Quartal 2014 sollen die Bauarbeiten an der Seestadt Bregenz beginnen. Gemeinsam mit dem Seequartier entsteht dann ein neues Bahnhofsviertel in der Vorarlberger Landeshauptstadt. Wir zeigen Ihnen, was Bregenz erwartet.
Baubeginn im Herbst 2014
Planungsstand zur Seestadt
Anrainer haben Existenzängste
Türme polarisieren
Park-Konzept für Seestadt
Alte Fotos aus Bregenz

 1. Der Masterplan

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Amt der Stadt Bregenz ©Amt der Stadt Bregenz

Das erste Gesamtkonzept für das Bahnhofsareal stammt bereits aus dem Jahr 1995. Der Wiener Planer Rudolph Prohazka sah bereits damals eine “Kulturbrücke” zwischen Seestadt und den Seeanlagen vor. Nach einem zweijährigen Bürgerbeteiligungsverfahren beschloss die Landeshauptstadt Bregenz 2009 obigen Bebauungsplan. Erkennbar sind die gewünschte offene Bauweise des Seequartiers, um die Sicht auf den See zu erhalten (violette Pfeile), der zentrale Busbahnhof (schwarzer Kreis) und die gewünschte Lage der nun Seespange genannten Überbrückung bei der Seestadt (rot gestrichelt).

 

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Amt der Stadt Bregenz ©Amt der Stadt Bregenz

Der Masterplan sieht im Bereich der Seestadt eine dichte Verbauung vor, nur im Bereich des Seequartiers war eine lockere Verbauung vorgesehen. Bürgermeister Markus Linhart betonte stets, dass der Masterplan und nicht das Siegerprojekt die Planungsgrundlage ist. Dieses sah eine durchsichtige Bauweise der Seestadt vor, nun gibt es neben der Seespange nur noch eine weitere Sichtachse durch die Seestadt hindurch. Der Masterplan sah zwar eine Beibehaltung der Bahnhofsüberführung vor, trotzdem hofft man in der Stadt auf die Umsetzung einer Unterführung. Dies ist noch Gegenstand von Verhandlungen mit den ÖBB. Die nun wieder diskutierte Unterflurlegung der Bahntrasse würde eine Überführung beim Bahnhof überflüssig machen.

2. Tiefgarage statt Parkplatz

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Amt der Stadt Bregenz ©Amt der Stadt Bregenz

Als Ersatz für die Parkplätze soll eine gemeinsame öffentliche Tiefgarage enstehen. Diese erstreckt sich im ersten Untergeschoss vom gesamten Areal der Seestadt bis zum Bahnhofsareal. Ein zweites Untergeschoss wird nur unter der Seestadt entstehen. Zugänge entstehen zwei in der Seestadt und jeweils einer beim Bahnhof und beim Hochhaus auf dem Bahnhofsplatz. Die Tiefgarage wird dann Platz für 1.000 Stellplätze bieten, 400 unter dem Bahnhofsplatz und 600 unter der Seestadt.

3. Seewasser als Heiz- und Kühlsystem

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Sowohl das Seequartier wie auch die Seestadt werden über Wärmepumpen geheizt. Sie sollen mit einer Leistung von zwei Megawatt für Warmwasser, Wärme und Kühlung sorgen. Laut Simulationen seien keine negativen Auswirkungen auf den Bodensee und dessen Flora und Fauna zu erwarten, versichern die Verantwortlichen. Die gesamte Anlage inklusive der Wasserleitungen im See wird nach den Bauarbeiten nicht sichtbar sein.

4. Die Seestadt

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Für die Umsetzung der Seestadt zeichnet die Primes Quartiersentwicklung GmbH, bestehend aus der Prisma Holding und der Spar European Shopping Centers (SES), verantwortlich. Es ist somit fix, dass die SES in der Seestadt ein Lebensmittelgeschäft betreiben wird. Dafür sind bis zu 600 Quadratmeter vorgesehen. Nach aktuellem Stand wird die Seestadt den Eigentümern 100 Millionen Euro kosten. Mit dem Bau soll im Herbst 2014 begonnen werden, mit der Fertigstellung rechnet Bernhard Ölz von Prisma mit Ende 2016. Eine sehr ambitionierte Zielsetzung, wie er bei der Präsentation Anfang Oktober gestand.

5. Bahnhofstraße wird zur Fußgängerzone

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Auf dem 9.000 Quadratmeter umfassenden Grundstück werden 14.000 Quadratmeter Handelsfläche und 2.000 Quadratmeter Bürofläche entstehen. Außerdem sollen oberhalb des Einkaufzentrums um die 60 Mietwohnungen entstehen. Als Verbindung zwischen dem Bahnhof und der Innenstadt dient die zwischen Bahnhof und Montfortstraße zur Fußgängerzone umgewandelte Bahnhofsstraße. Eine Über- oder Unterführung zwischen Bahnhofsstraße und Bahnhofsplatz wird es jedoch nicht geben, man will hier am bisherigen Zebrastreifen festhalten. Die Straße wird in diesem Bereich nur zweispurig sein, so sollen die Rotphasen für den Straßenverkehr möglichst kurz gehalten werden. 2015 wird die Bahnhofstraße jedoch noch einmal zur Hauptverkehrsader der Stadt. Während der Bauphase muss die Seestraße auf Höhe der Seestadt für den Bau der Tiefgarage gesperrt werden. In dieser Zeit wird der Verkehr über die Bahnhofsstraße geführt.

6. Die Seespange

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Amt der Stadt Bregenz ©Amt der Stadt Bregenz

Die Seespange wird von einem Platz auf Höhe des zweiten Obergeschosses zur Seepromenade führen. Zur Attraktivität des Platzes soll ein Restaurant und ein Café beitragen. Die stützenfreie Brücke wird über 110 Meter lang und in einer Höhe von 8,5 Metern leicht schräg über die Seestraße und Gleisanlagen ragen.

 

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Die Fußgängerbrücke wird fünf Meter breit, 1,8 Meter hohe gläserne Geländer sollen bei der offenen Brücke für die notwendige Sicherheit sorgen. Der Abgang zu den Seeanlagen öffnet sich auf eine Breite von über acht Metern und bietet so Platz für mittige Sitzstufen. Auf beiden Seiten der Seespange werden Liftanlagen einen barrierefreien Zugang gestatten. Insgesamt werden die Seespange und der Busterminal der Stadt Bregenz als Projektbetreiber um die sechs Millionen Euro kosten.

7. Das Seequartier

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Das Seequartier wird von der Seequartier Projekt GmbH errichtet. Mitglieder sind die Bauunternehmen Rhomberg Bau, I+R Gruppe und Zima sowie die Alpenländische Heimstätte (Gemeinnütziger Wohnbau) und die Wohnbauselbsthilfe. Die Baukosten werden von Hubert Rhomberg, Geschäftsführer der Rhomberg Holding, auf 75 Millionen Euro geschätzt. Somit kommt man für die Seestadt und das Seequartier auf Gesamtkosten von 181 Millionen Euro. Baubeginn ist frühestens Ende 2016, im Anschluss an die Fertigstellung der Seestadt.

8. Weder Kino noch Hotel

VOL.AT/Hartinger
VOL.AT/Hartinger ©VOL.AT/Hartinger

Auf dem 20.000 Quadratmeter großen Grundstück sollen ein Bahnhof, ein Busbahnhof, 4.500 Quadratmeter Handelsfläche wie auch Wohnraum und Büroflächen entstehen. Von den 100 bis 120 Wohnungen wird ein Teil als gemeinnütziger Wohnbau errichtet. Detailpläne werden noch ausgearbeitet, vieles ist noch in der Schwebe. Fix ist derzeit nur, dass es kein Kino im Seequartier geben wird. Der “vertikale Akzent” dient als Markierung für den Bahnhof und war als Hotel geplant. Der Hotelier Hubert Schwärzler hatte Interesse angemeldet, es gibt jedoch Probleme aufgrund der Größe des Gebäudes, der verlangten Pacht und der Anfahrt der Hotelgäste durch die Tiefgarage. Man hoffe zwar auf eine gemeinsame Lösung, derzeit werden jedoch Büroräume statt Hotelzimmer geplant.

9. Bahnhofsplatz als “shared place”

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Der Bahnhofsplatz mit dem Busterminal ist als “shared place” ausgelegt, Busse und Fußgänger sind gleichberechtigt unterwegs. Dass dies zu ähnlichen Schwierigkeiten wie beim Kornmarktplatz führen wird, erwartet Projektleiter Hubert Rhomberg nicht. Schließlich müssten bei jedem anderen Busterminal die Fahrgäste auch zu den einzelnen Haltesteigen kommen. Das Terminal ist so konzipiert, dass jeder Bus möglichst direkt seine Haltestelle anfahren und den Platz wieder schnell verlassen kann.

10. Projekte sollen 40 Millionen Euro jährlich in der Stadt halten

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Amt der Stadt Bregenz ©Amt der Stadt Bregenz

Entlang der L202 ist ein Boulevard mit Geschäften geplant. Mit insgesamt 18.500 Quadratmeter Geschäftsfläche sollen Seestadt und Seequartier den Kapitalabfluss von 40 Millionen Euro jährlich aus der Landeshauptstadt verhindern. Laut einer Studie der Regioplan Consulting besteht für Bregenz ein Potential sogar für zusätzliche 27.700 Quadratmeter Geschäftsfläche. Dass die Schaffung des Einkaufzentrums zu mehr Verkehr führen wird, fürchtet die Stadt nicht. Bereits jetzt seien 80 Prozent des Verkehrs Quell- und Zielverkehr. Dieser soll durch die Seestadt in der Stadt gehalten werden, statt die Stadt Richtung Messepark und Lindaupark zu verlassen.

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