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Brauchtum und Aberglaube

In der Nacht zum Jahreswechsel geht es schon seit Urzeiten um die Abwehr von bösen Geistern. Heute erledigen diese Arbeit weltweit gigantische Feuerwerke. Genauso wenig wegzudenken sind die Glückwünsche. Ein gutes und gesegnetes neues Jahr!

So oder so ähnlich lauten die typischen Grüße oder Wünsche zum neuen Jahr. Im privaten Umfeld wünscht man sich dagegen meist „einen guten Rutsch”. Wobei der „gute Rutsch” nichts mit einem „Hinüberrutschen” zu tun hat. Der Ausdruck geht vielmehr auf das hebräische Wort „rosch” zurück, das „Anfang” bedeutet.

Laufend ins neue Jahr

Sind dann die ersten Sekunden des neuen Jahres angebrochen, stößt man mit einem Glas Sekt an und sagt „Prosit Neujahr” oder „Prost Neujahr”. Das Wort „Prosit” ist lateinisch und bedeutet „es möge gelingen”. Ein noch junger Brauch ist, das alte Jahr laufend zu verabschieden. An den immer be­liebter werdenden Silvesterläufen beteiligen sich Tausende von Menschen. Der weltweit älteste und bedeutendste Silvesterlauf findet alljährlich in São Paulo in Brasilien statt. Auch eine ganze Reihe an Deutungen und Glücksbringern beeinflussen die Feiern zum Jahreswechsel bis heute. Weit verbreitet ist das „Bleigießen” kurz nach Mitternacht. In einem eigens dafür vorgesehenen Löffel wird ein Stück Blei über einer Kerzenflamme erhitzt, geschmolzen und dann rasch in ein Gefäß mit kaltem Wasser geworfen. Aus dem Schatten der daraus entstandenen Figuren glaubt man die Zukunft deuten zu können. Ebenfalls Hochkonjunktur haben Glücksbringer. Der Glückspfennig, in Zeiten des Euros eigentlich Glückscent, ist ein Symbol für Reichtum. Indem man ihn symbolisch verschenkt, wünscht man dem Empfänger, dass diesem niemals das Geld ausgehen möge. Schornsteinfeger oder Kaminkehrer gelten als Glücksbringer, weil sie immer als erste am Neujahrsmorgen durch die Straßen gingen und zum neuen Jahr gratulierten.

Glück aus dem Topf

Glück kommt aber auch aus dem Blumentopf. Die Rede ist vom vierblättrigen Klee, welcher dem Volksglauben nach Glück bringen soll. Weit verbreitet sind Glücksschweine, meistens aus Marzipan. Das Schwein gilt als Symbol der Fruchtbarkeit und damit als Zeichen für Wohlstand und Reichtum. Der Marienkäfer wiederum gilt als Himmelsbote der Mutter Gottes, daher der Name. Er beschützt die Kinder und heilt die Kranken, wenn er ihnen zufliegt. Niemals abschütteln oder gar töten, das bringt Unglück. Ganz sicher geht man, wenn man die Glücksbringer addiert.

Glauben hilft auch

Der Handel hat sich längst auf die Vermarktung des weitverbreiteten Aberglaubens spezialisiert. Überall lassen sich Glücksschweine aus Marzipan, Marienkäfer aus Schokolade oder kleine Töpfchen mit Glücksklee kaufen. Egal, wenns hilft, und letztlich versetzt der Glaube bekanntlich auch Berge.

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