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Brasilien sorgt sich um Neymar und feiert Richarlison

Richarlison und Neymar teilten Freud und Leid
Richarlison und Neymar teilten Freud und Leid ©APA/AFP
Die Verletzung von Superstar Neymar hat den teils glanzvollen 2:0-Auftaktsieg Brasiliens bei der Fußball-WM in Katar gegen Serbien überschattet. Plötzlich waren nicht mehr die drei Punkte auf dem Weg zur ersehnten "Hexa", WM-Titel Nummer sechs, Thema, sondern der rechte Knöchel des 30-Jährigen. Der PSG-Stürmer wird wegen einer im Spiel erlittenen Sprunggelenkverletzung in der Gruppenphase nicht mehr zu sehen sein, wie am Freitag nach einer Untersuchung bekannt wurde.

Der Anführer der "Selecao" war gegen Serbien in der 79. Minute mit geschwollenem Knöchel ausgewechselt worden. "Wir sind zuversichtlich, dass er bei dieser WM weiterspielen kann. Er wird diese WM fortsetzen!", kündigte Nationaltrainer Tite nach der Partie an. Team-Arzt Rodrigo Lasmar berichtete am Freitag über eine Bänderverletzung, auch Außenverteidiger Danilo fällt mit einer solchen Diagnose für die Spiele gegen die Schweiz und Kamerun aus. Die Situation erinnert ein wenig an das Geschehen bei der WM 2014 in Brasilien, als Neymar als damaliger Jungstar durch eine Rückenverletzung außer Gefecht gesetzt wurde. In Brasilien geht auch nun die Furcht eines bevorstehenden WM-Aus des Superstars um.

Neymar selbst meldete sich via Instagram. Heute sei einer "der schwierigsten Momente" seiner Karriere. "Und das schon wieder bei einer WM". Die Verletzung tue ihm weh, "aber ich bin mir sicher, dass ich die Chance haben werde, zurückzukehren". Sein Posting schloss Neymar mit den Worten ab: "Ich bin der Sohn des Gottes des Unmöglichen und mein Glaube ist endlos."

Dass Doppeltorschütze Richarlison gegen die Serben ein Zaubertor gelungen war, geriet durch die Verletzung seines Teamkollegen fast schon wieder in Vergessenheit. Nach einer Vorlage von Vinicius Júnior hatte sich der Stürmer der Tottenham Hotspur den Ball im Strafraum selbst vorgelegt und ihn anschließend sehenswert per Seitfallzieher ins Netz befördert.

Die Gala-Vorstellung von Richarlison, der zuvor schon aus kurzer Distanz den ersten Treffer besorgt hatte, verzückte die 88.103 Zuschauer im Lusail Stadium. "Das ist schon verrückt, das träumst du als Kind, an so einer Stelle so ein Tor zu machen", sagte der 25-Jährige. "Wie unser Professor Tite schon sagte: 'Ich rieche Tore'."

Man habe es geschafft, "in der zweiten Halbzeit den Spieß umzudrehen und das Spiel zu entscheiden. Ich hatte Schiss, gar nicht hierherzukommen", erzählte der zuvor lange verletzte Matchwinner. "Richarlison ist ein genialer Stürmer, ein super Spieler. Aber nicht er alleine ist wichtig, alle sind wichtig", betonte Casemiro.

Serbien beschränkte sich auf das, was Serbien besonders gut kann: unangenehm sein. Die "Selecao" dominierte das Spiel, aber geschenkt bekam sie nichts. Offensiv kaum vorhanden, legte das Team von Trainer Dragan Stojkovic im Spiel gegen den Ball alles rein. Sie zerrten, zogen, grätschten und kämpften - mittendrin Salzburg-Kicker Strahinja Pavlovic, der durchspielte. Erst nach über einer Stunde wurde das serbische Bollwerk geknackt.

"Brasilien ist das Top-Team dieser WM. Da gibt es keinen Zweifel", sagte Stojkovic nach der Partie. Der 57-Jährige erklärte die mangelnde Durchschlagskraft in der Offensive mit den Verletzungsproblemen in seiner Elf. "Bei uns sind drei Schlüsselspieler verletzt: Filip Kostic, Stefan Mitrovic, dazu ist Dusan Vlahovic nicht bei 100 Prozent. Das ist zu viel für uns. Wir sind nicht Brasilien. Wir sind ein kleines Land", sagte der frühere Starspieler von Roter Stern Belgrad und Olympique Marseille.

Stojkovic räumte "den verdienten Sieg" der Brasilianer umstandslos ein. "Es ist keine Schande, gegen Brasilien zu verlieren." Richarlisons Gedanken waren indes logischerweise ganz andere. "Es ist eine wunderbare Nacht, ein schöner Sieg und jetzt haben wir noch sechs Spiele, um unser Ziel zu erreichen."

(APA/dpa/Reuters)

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