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Brandgefahr: Schwärzler appelliert an Bevölkerung

LR Schwärzler: "Auf Silvester-Knallerei in sensiblen Gebieten verzichten"
LR Schwärzler: "Auf Silvester-Knallerei in sensiblen Gebieten verzichten" ©APA
Bregenz - Durch die anhaltende Trockenheit und die damit verbundene erhöhte Brandgefahr sieht sich Sicherheitslandesrat Erich Schwärzler veranlasst, noch ein weiteres Mal an die Eigenverantwortung zu appellieren und zu verstärkter Vorsicht und Wachsamkeit beim Umgang mit Feuerwerkskörpern aufzurufen.
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In manchen Gegenden des Landes genüge aktuell ein Funke, um ein ganzes Waldstück oder eine Wiesenfläche in Brand zu setzen. “Daher ein klares Nein zu Silvester-Raketen in diesen hochsensiblen Gebieten”, betont der Landesrat. Neben Wald- und Wiesenflächen wären auch Gebäude mit Schindeldächern besonders gefährdet, sagt Schwärzler: “Der einzig vernünftige Rat: Im Zweifel auf Silvester-Knallerei in diesen sensiblen Gebieten gänzlich zu verzichten”.

Erhöhte Feinstaubbelastung

Auch heuer wird von Seiten des Landes und der Bezirkshauptmannschaften allgemein appelliert, beim Verwenden von Feuerwerkskörper Zurückhaltung zu üben und Rücksicht auf die Umgebung, auf Mitbürgerinnen und Mitbürger sowie auf die Umwelt zu nehmen. “Die Feinstaubbelastungen in der Silvesternacht übersteigen die Grenzwerte oft um das Vielfache. Diese enorme Umweltbelastung kann durch eingeschränkten Einsatz erheblich reduziert werden”, sagt Umweltlandesrat Johannes Rauch. Am Neujahrstag wird an den Messstellen in Lustenau, Feldkirch und in Dornbirn oft noch der doppelte Wert des erlaubten Grenzwertes gemessen. Feuerwerkskörper sind Ursache für eine Reihe von Schadstoffbelastungen, beim Abbrennen steigt die Belastung der Luft explosionsartig an. Zu großen Teilen besteht der Feuerwerksqualm aus Feinstaub.

Auch die Gesundheit kann durch den lungengängigen Feinstaub erheblich beeinträchtigt werden, weil er sich negativ auf die Atemwege auswirkt. Asthmatiker haben einen erhöhten Medikamentenbedarf und Krankenhausaufnahmen wegen Herz-Kreislauf-Problemen sind vermehrt zu verzeichnen. “Gerade deshalb gilt es, auf kranke, ruhebedürftige und lärmempfindliche Menschen besonders Rücksicht zu nehmen”, betont Landesrat Rauch.

Auch Tiere leiden unter Feuerwerk

Landesrat Erich Schwärzler gibt weiters zu bedenken, dass auch Tiere sehr stark unter dem für sie ungewohnten Knall- und Blitzlichtgewitter, das oft tagelang andauert, leiden. Für viele Haus- und Wildtiere ist daher die Silvesternacht besonders belastend. Feuerwerks- und Knallkörper dürfen in lärmempfindlichen Zonen oder in unmittelbarer Nähe von Kirchen, Gotteshäusern, Krankenanstalten, Kinder-, Alters- und Erholungsheimen sowie Tierheimen und Tiergärten nicht abgeschossen werden. Die Exekutive wird auch heuer mit Schwerpunkteinsätzen darüber wachen, dass die bestehenden Verbote eingehalten werden.

Folgende Grundsätze sollen beachtet werden

  • Weniger ist manchmal mehr: Reduzieren Sie Ihr Feuerwerk, auch Ihren Mitmenschen, der Tier- und Umwelt sowie der Luftqualität zuliebe
  • Konzentrieren Sie das Zünden der Knall- und Feuerwerkskörper ausschließlich auf die Zeit des Jahreswechsels. Die unerwünschten Belastungen werden so auf eine kurze Zeit reduziert
  • Entsorgen Sie die Reste, vermeiden Sie das Abfeuern auf Weide- und Äsungsflächen (nicht verrottbare Plastik- und Metallteile können in das Tierfutter gelangen und bei den Tieren schwere gesundheitliche Störungen auslösen)

Kategorien der Feuerwerkskörper für Unterhaltungszwecke:

  • F1: Erzeugnisse, die eine sehr geringe Gefahr darstellen und einen vernachlässigbaren Lärmpegel haben, wie Tischfeuerwerke, Feuerwerksscherzartikel, Traum­sterne, Knallerbsen, Partyknaller und Wunderkerzen. Sie können bereits ab dem Alter von 12 Jahren erworben werden.
  • F2: Feuerwerkskörper, die eine geringe Gefahr darstellen und einen geringen Lärmpegel haben, wie Silvesterraketen, Blitzknallkörper, Schweizerkracher, Knallfrösche, Sprungräder, Fontänen („Vulkane“) und Feuerräder. Sie können ab 16 Jahren erworben werden.
  • F3: Feuerwerkskörper, die eine mittlere Gefahr darstellen und deren Lärmpegel die Gesundheit nicht gefährden, wie stärkere Silvesterraketen. Sie können ab 18 Jahren erworben werden.
  • F4: Feuerwerkskörper, die eine große Gefahr darstellen, deren Lärmpegel die Gesundheit nicht gefährden und die für “Profis” vorgesehen sind. Erwerber müssen mindestens 18 Jahre alt sein, Fachkenntnisse nachweisen und einen Pyrotechnikausweis für F4 haben.
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