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Botschaften fordern Freilassung von Journalisten in Myanmar

Das Land kommt nach dem Militärputsch im Februar nicht zur Ruhe
Das Land kommt nach dem Militärputsch im Februar nicht zur Ruhe ©APA/AFP
Am Internationalen Tag der Pressefreiheit haben zahlreiche diplomatische Vertretungen in Myanmar die Freilassung der festgenommenen Journalisten und ein Ende der Restriktionen für die örtlichen Medien gefordert. Im früheren Burma hat das Militär nach dem Putsch von Anfang Februar bereits sechs wichtigen Medienorganisationen die Lizenz entzogen. Mehr als 80 Journalisten wurden der Erklärung zufolge festgenommen, von denen mehr als die Hälfte immer noch inhaftiert sei.

"Während Journalisten und Medienschaffende in Myanmar zur Zielscheibe der Unterdrückung geworden sind, loben wir die Bemühungen derjenigen, die sich dafür einsetzen, den Zugang zu wahrheitsgetreuen Informationen sicherzustellen", hieß es am Montag in einer in sozialen Netzwerken verbreiteten Mitteilung. Mittlerweile gebe es in Myanmar "keine größeren unabhängigen Printmedien mehr, und Internet-Abschaltungen werden weiterhin zur Kontrolle der Berichterstattung, der Kommunikation und des Zugangs zu Informationen eingesetzt."

Die Pressefreiheit sei ein Eckpfeiler demokratischer Gesellschaften, die "bedingungslos erhalten und garantiert werden sollte". Journalisten müssten die Freiheit haben, ohne Angst vor Repressalien oder Einschüchterungen zu berichten. "Pressefreiheit ist ein Recht, nicht nur für die Medienschaffenden, sondern für jeden von uns."

Der myanmarische Journalist Hmue Eain Zaw sagte der Deutschen Presse-Agentur, es sei inakzeptabel, dass Journalisten im Gefängnis säßen. "Ich bin stolz auf alle Medien und Journalisten in Myanmar, die unter diesen riskanten Bedingungen berichten."

Auch am Montag kam es landesweit wieder zu Protestaktionen gegen die neue Junta, jedoch waren die Demonstrationen nicht so groß wie am Wochenende. Am Sonntag hatten Soldaten in verschiedenen Landesteilen mindestens fünf Demonstranten erschossen, das Portal "Myanmar Now" sprach von sechs Toten. Nach Schätzungen der Gefangenenhilfsorganisation AAPP sind seit dem Umsturz mindestens 765 Menschen getötet worden, mehr als 4.600 wurden inhaftiert.

Unterdessen schossen Rebellen nach eigenen Angaben einen Armee-Hubschrauber ab. Die Luftwaffe habe am Montag ein Dorf in der Provinz Kachin angegriffen, teilte ein Sprecher der Gruppierung KIA mit, die für die Unabhängigkeit Kachins kämpft. Der Helikopter sei getroffen worden, als man das Feuer erwidert habe. Auch in Internet-Medien wurde darüber berichtet und ein Foto mit einer Rauchsäule über der angeblichen Absturzstelle verbreitet.

(APA/dpa/Reuters)

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