Bodensee spürt den Klimawandel unübersehbar

Klimaänderung verändert das Schichtungsverhalten des Sees.
Klimaänderung verändert das Schichtungsverhalten des Sees. ©VOL.AT/Steurer
Schwarzach - Die Folgen des Klimawandels sind am Bodensee bereits jetzt unübersehbar. Zu diesem Schluss kommt die Internationale Gewässerschutzkommission (IGKB) auf Basis eines Forschungsprojekts. Es zeichne sich seit Jahren ab, dass sich aufgrund der Klimaänderung das Schichtungs- und Mischungsverhalten des Sees ändere. Für Tiere und Pflanzen ergeben sich neue Lebensraumbedingungen.

Durch die zunehmende Wassererwärmung wird eine gute Durchmischung des Sees bis in das Tiefenwasser seltener, die Sauerstoffkonzentration dort nimmt ab. Dies kann etwa dazu führen, dass Organismen am Seegrund geschädigt werden und die Phosphat-Konzentration zunimmt. In weiterer Folge kommt es zu verstärktem Algen-Wachstum, lautet eine Schlussfolgerung des am Dienstag in Bregenz präsentierten Bericht zum Forschungsprojekt “Klimawandel am Bodensee (KlimBo)”.

Trinkwasserversorgung: Experten geben Entwarnung

Hinsichtlich der Trinkwasserversorgung – der Bodensee ist Reservoir für Millionen von Menschen – gaben die Experten aber Entwarnung. Die möglichen Folgen der klimatischen Veränderungen lasse “keine gravierenden Auswirkungen auf die Trinkwasserversorgung erkennen”, hieß es. Anpassungsmaßnahmen müsse es aber etwa für die Hochwassersicherheit von Versorgungsanlagen geben. Während insbesondere der süddeutsche Raum Bodenseewasser trinkt, verzichtet man in Vorarlberg darauf und verwendet Quellwasser.

Temperaturanstieg mit Vorbehalten verkraftbar

Die IGKB hat das Forschungsprojekt vor fünf Jahren in Auftrag gegeben. Denn in den vergangenen 50 Jahren ist die Wassertemperatur am Bodensee um 0,9 Grad gestiegen. Für die nächsten 50 bis 80 Jahre rechnen Forscher mit einem weiteren Anstieg um zwei bis drei Grad. Nach heutiger Erkenntnis kann der See auch dies laut IGKB noch verkraften. Voraussetzung sei allerdings, dass die Reinhaltungsmaßnahmen weiterhin ausreichend seien. Zudem sei es wichtig, den Nährstoffgehalt des Sees in natürlichen Grenzen zu halten.

(APA)

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