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BMW verlegt Motoren-Fertigung von München nach Steyr

BMW plant Transformartion
BMW plant Transformartion ©APA (dpa/Archiv)
Der deutsche Autobauer BMW verlegt die Benzin- und Dieselmotoren-Fertigung des Stammwerks München schrittweise bis spätestens 2024 nach Steyr in Österreich und Hams Hall in England. Die betroffenen 1.000 Mitarbeiter bekämen andere Arbeitsplätze bei BMW in München oder anderen Standorten in Bayern angeboten, sagte Produktionsvorstand Milan Nedeljković am Mittwoch. Auf der Fläche des Münchner Motorenwerks baue BMW ein neues, auf Elektrofahrzeuge ausgerichtetes Montagewerk.

BMW bündelt damit seine europäische Fertigung von Verbrennungsmotoren an den Standorten Steyr in Oberösterreich und Hams Hall in England. "Wir investieren in den Verbrenner weiterhin", sagte Nedeljkovic. Verbrennungsmotoren würden im Konzern noch lange eine dominierende Rolle spielen. "Es wird noch Jahre dauern, bis wir keine Verbrenner mehr haben." Trotz des Brexits stehe BMW weiterhin auch zu seinen Standorten in Großbritannien.

In Steyr hat BMW bereits um 102 Mio. Euro ein neues Montageband für Benzinmotoren mit einer Jahresauslastung von 180.000 bis 360.000 Einheiten errichtet. Seit Ende September läuft das Band in einem Einschichtbetrieb. Gleichzeitig wurden heuer 25 Mio. Euro für Fertigung von Elektroantrieb-Gehäusen ausgegeben.

"Diese Entscheidung ist ein Vorbild für eine gelungen gestaltete Transformation in der deutschen Industrie", sagte Betriebsratschef Manfred Schoch. Der Bau einer neuen Montage im fast 100 Jahre alten BMW-Stammwerk zeige, "dass Transformation, wenn man sie strategisch und mutig angeht, Industriearbeitsplätze auch inmitten einer Großstadt sichern und ausbauen kann". Das neue E-Auto-Werk soll 2026 in Betrieb gehen und 400 Mio. Euro kosten.

Grundlage des neuen, auf Elektrofahrzeuge ausgerichteten Montagewerks in der bayrischen Landeshauptstadt ist die künftige Fahrzeugarchitektur, die Konzernchef Oliver Zipse vor zwei Wochen angekündigt hat. Sie soll zwar wie die bisherigen Plattformen immer noch für Verbrennungsmotoren geeignet sein, aber den Anforderungen von Elektroantrieben besser Rechnung tragen.

Mit der Verlagerung des Motorenbaus sollen die betroffenen Mitarbeiter in München umgeschult werden und dann im Stammwerk oder an anderen Standorten in Bayern arbeiten. So hatte BMW bereits angekündigt, sein Werk im niederbayerischen Dingolfing als Standort für Elektroantriebe deutlich auszubauen. Dingolfing ist rund 100 Kilometer von München entfernt. BMW ertüchtigt seine deutschen Standorte sukzessive für die Produktion auch von Elektroautos. "Bis Ende 2022 wird jedes unserer deutschen Werke mindestens ein vollelektrisches Fahrzeug produzieren", sagte Nedeljkovic.

Mit der neuen Fahrzeugarchitektur, die ab 2025 zunächst im künftigen Werk Debrecen in Ungarn genutzt werden soll, setzt BMW im Gegensatz zu Volkswagen unverändert auf eine gemeinsame Plattform für alle Antriebsarten. Aber während die bisherigen BMW-Plattformen vorrangig auf Verbrennungsmotoren zugeschnitten sind, soll künftig stärker den Bedürfnissen von Elektromotoren Rechnung getragen werden. "Wir verlagern, wenn man so will, das Gewicht vom linken aufs rechte Bein, und stehen trotzdem weiterhin auf zwei Beinen", sagte Nedeljkovic.

(APA/dpa)

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