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Blumenegg-Ausstellung im Landhaus eröffnet

Im Foyer des Landtages eröffneten am Samstag, 16. Oktober, Landeshauptmann Herbert Sausgruber und Landtagspräsident Gebhard Halder die Ausstellung "200 Jahre Blumenegg bei Österreich".

Die im Auftrag des Vorarlberger Landesarchivs konzipierte Ausstellung ist bis Donnerstag, 11. November im Landhaus in Bregenz zu sehen.

1804 erwarb Österreich die Reichsherrschaft Blumenegg und die Reichspropstei St. Gerold, die das Große Walsertal (ohne Fontanella) und die vorgelagerten Walgaudörfer Bludesch, Thüringen und Ludesch umfassten. Damit war das Land Vorarlberg endlich in sich geschlossen. Für das heurige Jubiläumsjahr wurde vom Landesarchiv gemeinsam mit den Blumenegg-Gemeinden und dem Geschichtsverein Region Bludenz eine Ausstellung erstellt und von Historiker Manfred Tschaikner konzipiert, die nach ihrer Premiere im Mai in der Villa Falkenhorst in Thüringen nun auch im Landhaus gezeigt wird.

Landeshauptmann Herbert Sausgruber spannte bei der Ausstellungseröffnung den Bogen von der Geschichte in die Gegenwart: “Auch heute stellt sich uns die Frage, wo im großräumigen Europa kleinere Regionen stehen und wie sie sich im Wettbewerb reformieren, um auch in Zukunft bestehen zu können.” Vorarlberg habe hier, aus der Geschichte lernend, einen erfolgreichen Weg eingeschlagen.

Landtagspräsident Gebhard Halder erinnerte mit Blick auf die politische Geschichte Vorarlbergs an die ersten Demokratiebestrebungen, die mit Bildung der Landstände bereits im frühen 14. Jahrhundert einsetzten. Die Landstände waren die Vorläufer des heutigen Landtages und setzten sich aus Bürger- und Bauernvertreter zusammen. Sie verhinderten zB. 1620 die Errichtung eines emsischen Landesfürstentums Vorarlberg und 1702 auch den Verkauf unseres Landes an den St. Galler Klosterstaat.

Wer vor gut 200 Jahren von Bludenz rechts der Ill nach Feldkirch fuhr, durchquerte zwischen Ludesch und Bludesch fremdes Staatsgebiet, die Reichsherrschaft Blumenegg, die seinerzeit zum Stift Weingarten gehörte, bis die Klosterstaaten 1802 im Zuge der napoleonischen Neuordnung Europas aufgehoben wurden und die Gebiete links des Rheins abtreten mussten. So kam das Haus Oranien-Nassau in Besitz Blumeneggs. Der neue Landesherr, Erbprinz Wilhelm Friedrich von Oranien-Nassau, verkaufte diese abgelegenen Gebiete schließlich an Österreich, das sie am 7. November 1804 offiziell in Besitz nahm. Die Ausstellung stellt die untergegangene Reichsherrschaft Blumenegg vor und schildert ihren Übergang an Österreich.

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