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Blair will keine multipolare Welt

Der britische Premierminister Tony Blair hat sich für eine Vormachtstellung der USA und gegen eine „multipolare Welt“ ausgesprochen. Europa darf nicht in Opposition stehen.

In einem Interview mit der „Financial Times“ (Montagsausgabe) sagte Blair zwar, er sei dagegen, Frankreich für seine US-kritische Haltung im Irak-Konflikt zu „bestrafen“, doch er betonte: „Es gibt hier ein Problem zwischen Amerika und Europa, das wir lösen müssen. Ich will nicht, dass Europa sich in Opposition zu Amerika begibt. Das wäre gefährlich und destabilisierend.“

Europa dürfe nicht versuchen, ein Gegengewicht zu den USA zu bilden, da dies die Regierung in Washington nur darin bestärken würde, künftig ohne Absprache mit anderen Ländern ihre Ziele zu verfolgen. „Einige wollen eine so genannte multipolare Welt, in der man verschiedene Machtzentren hat, aber ich glaube, dass sich diese schnell zu rivalisierenden Machtzentren entwickeln würden. Und andere, zu denen ich auch gehöre, glauben, dass wir (nur) einen Machtpol brauchen.“ Spekulationen, er wolle erster Präsident der Europäischen Union werden, erteilte Blair eine Absage: „Das ist kein Job, den ich machen wollte, nein.“

Britische Regierungsmitglieder äußerten sich kritisch zu einem Treffen Deutschlands, Frankreichs, Belgiens und Luxemburgs über eine engere Verteidigungskooperation. Von diesem Treffen könne eine „Botschaft der Uneinigkeit“ ausgehen, sagte Verteidigungsminister Geoff Hoon in der französischen Presse. Der Europa-Staatssekretär Denis MacShane wurde im „Independent“ mit den Worten zitiert: „Die Vorstellung einer europäischen Verteidigung auf der Grundlage von Belgien, aber ohne England – ich frage mich, ob das wirklich ernst gemeint sein kann.“

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