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Bischof Kräutler ermutigt "Farbe zu bekennen"

Schwarzach - Der austro-brasilianische Bischof Erwin Kräutler hat bei einer Pressekonferenz in Innsbruck anlässlich des Symposions unter dem Titel "Glaube und Gerechtigkeit" zum "Farbe bekennen" ermutigt.

Kräutler setzt sich seit Jahrzehnten für die Menschenrechte und gegen die Ausbeutung der Umwelt in seiner Diözese in Amazonien ein. Wegen seines Engagements wurde der aus Vorarlberg stammende Bischof mehrfach mit dem Tod bedroht.

“Die Gerechtigkeit erschöpft sich nicht in der austeilenden Dimension”, sagte der Geistliche. Es sei zwar erstrebenswert, aber es gehe darüber hinaus. Wenn er sich für die Armen, die Unterdrückten, die indigenen Völker auf dem lateinamerikanischen Kontinent einsetze, komme seine Motivation aus dem biblischen. “Wir sind Teil dieser Schöpfung und Gott hat uns in die Welt gesetzt, um sie zu behüten und sie für die nächste Generation lebbar zu machen”, erklärte der 68-Jährige.

Innsbrucks Bischof Scheuer thematisierte in seiner Rede den gegenwärtigen “lauten Schrei nach Gerechtigkeit” und die “hohe Sensibilität für Ungerechtigkeit”: “Schlagworte wie Verletzung der Menschenrechte, Diskriminierung auf allen Ebenen, humane Arbeitsbedingungen, Privilegienwirtschaft oder Steuergerechtigkeit sind oft mit vielen menschlichen Schicksalen verbunden.” Es sei nicht einfach Gerechtigkeit zu definieren und fraglich sei auch, ob Gerechtigkeit überhaupt möglich ist. “Die Frage nach Recht und Unrecht ist oft eine Frage des Geschmacks”, sagte Scheuer.

Bischof Erwin Kräutler wurde 1939 in Koblach in Vorarlberg geboren. Nach seinem Philosophie- und Theologiestudium in Salzburg erhielt er 1965 die Priesterweihe. Anschließend begann Kräutler seine Arbeit als Missionar am Unteren Xingu und am Amazonas in Brasilien. Seit damals gilt sein Einsatz der “Option für die Armen und die kulturell anderen”, für die an den Rand gedrängten Menschen. 1981 wird Erwin Kräutler zum Bischof der flächenmäßig größten brasilianischen Diözese, Xingu, gewählt. Das Gebiet ist mit 350.000 Quadratmetern viermal so groß wie Österreich und wird von rund 400.000 Menschen, darunter 3.500 Indianern, bewohnt. Es zählt 800 Gemeinden und wird von 26 Priestern betreut. Kräutlers Einsatz für die Verankerung der Rechte der indigenen Völker in der Verfassung und seine Proteste gegen politische, soziale und wirtschaftliche Missstände entgegnen die Verantwortlichen mit Todesdrohungen, Angriffe und Verleumdungen.

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