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Biomasse-Anlage: Montafon setzt auf Naturwärme

Montafon - Zusammen mit der Montafonerbahn arbeiten der Forstfonds des Standes Montafon und die Gemeinden Schruns, Tschagguns, Bartholomäberg und Gantschier an der Realisierung eines Naturwärme-Heizkraftwerks.

Nachdem sich bei einem Lokalaugenschein am geplanten Standort hinter der Firma Bömag am Ortsrand von Schruns vor etwa drei Monaten herausgestellt hat, dass die angedachte Hackschnitzelanlage für die umliegenden Nachbarn etwas zu laut gewesen wäre, haben die Verantwortlichen sofort reagiert.

„Wir haben alle möglichen Varianten für eine leisere Hackanlage geprüft“, sagt Karl Resch, Geschäftsführer des Naturwärmeprojekts. So wurde eine besonders leise Anlage aus Finnland genauso unter die Lupe genommen, wie eine Unterirdische. Schließlich haben die Experten den für die Nachbarn rein lärmtechnisch besten Weg gefunden. „Die Halle des Heizwerks wird um sechs Meter breiter – damit kann der gesamte Hackvorgang in das Halleninnere verlegt werden“, schildert Resch. Diese Lösung ist mit den Lärmschutztechnikern des Landes Vorarlberger abgestimmt und sorgt dafür, dass die Nachbarn ungestört bleiben. Das neue Biomasse-Heizwerk im Montafon wird also quasi ein Flüsterheizwerk. So entspricht die Lärmkulisse des 16-Millionen-Euro-Projekts durch die Verlagerung in das Halleninnere bei den Messpunkten etwa dem Fließgeräusch der Ill in diesem Bereich.

Diese baulichen Zusatzmaßnahmen verursachen natürlich Mehrkosten. „Wobei wir durch geschicktes Verhandeln bei technischen Bauteilen diese Kosten wieder wettgemacht haben“, ist Resch sichtlich stolz. Abgesehen davon wird das gemeindeübergreifene Heizwerk von Bund und Land gefördert. In den nächsten Wochen werden die notwendigen Behördenverhandlungen für das Großprojekt über die Bühne gehen. Läuft alles nach Plan, soll der Baubeginn für das Naturwärmeprojekt noch heuer erfolgen. „Im Herbst 2008 könnte das Heizwerk dann in Betrieb gehen“, so Resch weiter. Derzeit sind bereits Verträge mit 265 Kunden – von Privathaushalten bis zu Hotels und kommunalen Einrichtungen – abgeschlossen. Rund 13 Kilometer Rohre (entspricht etwa der Länge der Montafonerbahnstrecke von Bludenz nach Schruns) werden dafür verlegt. Im Endausbau können laut Resch bis zu 2,5 Millionen Liter Heizöl pro Jahr durch das neue Naturwärmeprojekt eingespart werden.

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