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Biologische Landwirtschaft trägt Früchte

Der Referent mit den Veranstalterinnen Anna Huber und Eva Fitz.
Der Referent mit den Veranstalterinnen Anna Huber und Eva Fitz. ©Laurence Feider
Alexander Wostry von SAT (Sustainable Agriculture Tanzania) war zu Gast in Dornbirn.
Vortrag Alexander Wostry

Dornbirn. „Durch die biologische Landwirtschaft hat sich mein Leben vollends zum Positiven verändert. Ich konnte alle meine Kinder auf eine gute Schule schicken, habe mir zwei Motorräder für den Transport der Waren in die Stadt angeschafft und bin gerade dabei, ein neues Haus mit fünf Zimmern zu bauen. Dies alles hat mir die Umstellung auf nachhaltigen Anbau ermöglicht“, sagt Pius Paulini, Mitglied einer BäuerInnengruppe in den Uluguru-Bergen in Tansania, Morogoro.

Eine Erfolgsgeschichte

Von Menschen wie Pius Paulini berichtete Alexander Wostry bei seinem Vortrag in der Alten Kochschule Oberdorf in Dornbirn. Der gebürtige Vorarlberger reiste vor zehn Jahren im Zuge eines Praktikums in den östlichen Teil Afrikas. Mittlerweile ist Tansania seine Heimat, gemeinsam mit seiner afrikanischen Frau Janet hat er die erste Ausbildungsfarm für biologisch nachhaltige Landwirtschaft in ganz Tansania und 2011 die Organisation SAT (Sustainable Agriculture Tanzania, Nachhaltige Landwirtschaft Tansania) gegründet. Der Beginn einer Erfolgsgeschichte: Bis Ende des Jahres wird die Organisation mit 40 Mitarbeitern in vier Regionen in Tansania tätig sein.

Nachhaltiges Konzept

SAT befasst sich mit sozialen und ökologischen Problemen, die durch umweltschädliche und nicht nachhaltige Landwirtschaftspraktiken verursacht werden. Die daraus resultierenden Umweltprobleme, wie der Verlust von fruchtbaren Böden, Wasserressourcen und Wäldern verursachen wirtschaftliche Schwierigkeiten und soziale Probleme, die bis zur Nahrungsmittelunsicherheit, Armut und Mangelernährung führen. „Mit unserer Vision, die sozialen und ökologischen Probleme zu reduzieren und für die schnell wachsende Weltbevölkerung nachhaltige Lebensmittel zu produzieren, setzt SAT auf bewährte Strategien, die auf vier Säulen basieren: Verbreitung von Wissen, Anwendung und Marketing, Forschung sowie Vernetzung“, erklärte Alexander Wostry.

Praktisches Wissen

SAT lehrt agrarökologische Landwirtschaftspraktiken mithilfe eines partizipatorischen Konzepts, bei dem BäuerInnengruppen durch das Anlegen von Demonstrationsgärten in ihren eigenen Dörfern praktisches Wissen vermittelt bekommen. Daneben bietet SAT Kurse über nachhaltige Anbaumethoden auf seinem Ausbildungszentrum an. „Biologische Landwirtschaft ist noch unterforscht aber sie nutzt den Kleinbauern aufgrund der niedrigen Anschaffungskosten am meisten“, so Wostry. SAT betreibt nachfrageorientierte Forschung in diesem Bereich und arbeitet eng mit Kleinbauern, Universitäten, Regierung, NGOs und weiteren Partnern zusammen.

Effizientes System

SAT hat eine Innovationsplattform für biologische Landwirtschaft geschaffen – in diesem Netzwerk sind allein in Morogoro über 2000 Kleinbauern aus 52 verschiedenen Dörfern vertreten. „Es ist uns wirklich gelungen, ein effizientes System aufzubauen, von dem viele Leute profitieren“, so Alexander Wostry. Eingeladen wurde der Projektkoordinator von Anna Huber und Eva Fitz im Rahmen ihrer Veranstaltungsreihe „Steh auf, meine Freundin – together we are strong“. „Schade, dass meine Frau nicht hier sein kann – sie hätte euch unsere Arbeit aus Sicht der afrikanischen Frauen schildern können“, meinte Alexander Wostry. Die Veranstalterinnen jedenfalls sind von dem Konzept so begeistert, dass sie bereits zwei Frauen aus den von ihnen betreuten Frauengruppen in Migori/Kenia zur Ausbildung ins SAT-Zentrum nach Tansania schickten.

Infos auch unter kilimo.org/WordPress/ und www.nlo.at.

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