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"Bin keine Hundediebin"

Der Tierschutzverein Bregenz zeigte jene Hundebesitzerin an, die ihren Hund bei Minustemperaturen vor einem Einkaufszentrum angebunden hatte und ihn mehrere Stunden allein ließ.

Jetzt ermittelt der Amtstierarzt. Wie die NEUE berichtete, erbarmte sich eine Frau des Schoßhündchens, das vor dem Supermarkt saß. Sie band ihn los und nahm ihn mit nach Hause. Am nächsten Tag übergab sie den Hund der Tierbesitzerin, nachdem ein Tierarzt die beiden in Kontakt gebracht hatte.

Laut dem Obmann des Bregenzer Tierschutzvereines, Georg Böhler, hat die Frau, die den Malteser losgebunden und mit nach Hause genommen hat, „absolut richtig gehandelt. Sie hat nicht weggeschaut, sondern hingeschaut.“

Es sei Tierquälerei, einen Hund stundenlang angeleint zu lassen. „Schon gar bei Minustemperaturen, wie sie am Montag geherrscht haben.“

Karin Andres, die Leiterin des Tierschutzheims in Dornbirn, sieht das genauso: „Malteser sind Schoßhunde. Und die sind Raumtemperaturen gewöhnt.“ Sie ist sich sicher: „Der Hund muss auf dem kalten Asphaltboden massiv gefroren haben.“

Andres fragt sich, was sich die Besitzerin des niedlichen Hundes dabei gedacht hat, zumal dieser angeblich noch an einer chronischen Blasenentzündung leiden soll. „Ein verantwortungsvoller Tierbesitzer käme nie auf die Idee, seinen Hund bei diesen Temperaturen im Freien länger anzubinden.“

Schließlich trage man Verantwortung für ein Tier. „Man kann es nicht einfach anbinden.“

Die Tierheimleiterin hat für die „beherzte Tierfreundin“, die sich des Hundes erbarmte und ihn mit nach Hause nahm, viel Lob übrig:

„Sie hat richtig reagiert und nicht weggeschaut.“

Gegenüber der NEUE schildert die „beherzte Tierfreundin“, wie sich das Ganze am Montag zugetragen hat. „Ich ging gegen 15.30 Uhr einkaufen. Da sah ich wie eine ältere Frau den Hund fütterte. Sie sagte zu mir: ,Stellen Sie sich vor, dieses Hündlein ist schon seit 11 Uhr da.

Die junge Frau hatte Mitleid mit dem Hund.

„Er zitterte am ganzen Körper. Außerdem hatte er sich selber überall angemacht. Er war total nass.“ Die junge Frau dachte, dass das niedliche Hündchen ausgesetzt wurde. „Deshalb habe ich ihn mit nach Hause in die Wärme genommen.“ Dort badete und föhnte sie ihn. „Anschließend habe ich ihn beim Tierarzt untersuchen lassen.“ Noch am selben Tag bemühte sie sich, den Besitzer des Hundes ausfi ndig zu machen. „Ich rief beim Tierschutzverein und im Tierheim an und fragte, ob ein Hund abgängig sei.“ Die Tierfreundin bedauert, „dass ich nun als Hundediebin dastehe. Das bin ich doch nicht.“

Mittlerweile hat sich der Amtstierarzt des Falles angenommen. „Der Tierschutzverein hat eine Anzeige gemacht. Die Behörde hat jetzt die Aufgabe zu ermitteln, ob der Hund tatsächlich mehrere Stunden angebunden war. Nach dem Tierschutzgesetz ist das nämlich nicht erlaubt“, so Dietmar Rein, der Bregenzer Amtstierarzt. Demnächst wird der Hundebesitzerin eine Vorladung ins Haus fl attern.

Diese ist sich keiner Schuld bewusst. „Ich ließ ihn höchstens eine Stunde allein“, behauptet sie. Und: „Ich muss mir keine Vorwürfe machen. Er ist bei mir in liebevollen Händen.“ Sie wisse, wie man einen Hund halte. „Denn ich bin mit Hunden großgeworden.“ Künftig will sie ihr Hündchen aber „keinen Meter mehr alleinlassen“.

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