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Billige Verpackung, teurer Inhalt

Ein Baumarkt-Betrüger schmuggelte 4000 Euro an der Hornbach-Kasse vorbei. Gezahlt hat der 32-jährige Italiener. Doch nur das günstige Badezimmerschränkchen.

In der leeren Verpackung hatte der in der Schweiz wohnhafte Mann unbemerkt Waren in Hülle und Fülle gebunkert. Beim zweiten Durchgang flog der Schwindel auf.

“Ich weiß nicht, warum ich das gemacht habe”, schämt sich der ordentlich gekleidete junge Vater vor Richter Karl Mayer.

Der Arbeiter, der im Appenzell immerhin 4000 Euro netto verdient, war zunächst als ganz normaler Kunde in den Hohenemser Bau- und Gartenmarkt Hornbach gekommen. Plötzlich kam ihm die Idee, ein Badezimmerschränkchen zum Preis von 37 Euro aus der Verpackung herauszunehmen und den Karton mit wesentlich teureren Produkten vollzuräumen.

Das erste Mal funktionierte der Trick wie am Schnürchen. Mit seinem dreijährigen Kind ging er zur Kasse, bezahlte 37 Euro für einen Spiegelschrank und lud das Diebsgut heimlich in sein Auto ein. Danach versuchte er es mit derselben Masche noch ein zweites Mal. Wieder räumte der bislang Unbescholtene den Karton voll mit Bohrmaschinen, diversen Armaturen, einer Bosch-Flex, einer Stichsäge und was man als Handwerker eben sonst noch so brauchen kann. Allerdings wurde er dabei per Videokamera überwacht. Der Detektiv stellte den Italiener zur Rede. Der Dieb geriet in Panik.

Bedingte Geldstrafe

Zunächst suchte der 32-jährige Arbeiter verzweifelt nach Ausflüchten, doch vor einer Anzeige konnte er sich nicht retten. Da die erbeuteten Waren einen Wert von 4000 Euro hatten, wurde der Geständige nun wegen schweren Diebstahls zu einer bedingten Geldstrafe von 8000 Euro verurteilt. Der Dieb wunderte sich: “Muss ich nicht bezahlen?” In der Schweiz gibt es nämlich nur unbedingte Geldstrafen. Dankbar nahm er das Urteil an, dennoch ist es noch nicht rechtskräftig.

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