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Bildungsstandard: Schlechtes Mathe-Zeugnis für Vorarlbergs Volksschüler

Die Kenntnisse der österreichischen Schüler wird jährlich flächendeckend erhoben.
Die Kenntnisse der österreichischen Schüler wird jährlich flächendeckend erhoben. ©APA
Die Ergebnisse der Bildungsstandards-Überprüfung sind ernüchternd. Vorarlbergs Schüler der achten Schulstufe schreiben unterdurchschnittlich englisch, die der vierten Klasse schneiden in Mathematik schlecht ab. Mennel vertraut auf die gesetzten Maßnahmen.
Mennel zum Bildungsstandard

Seit 2012 werden jährlich die Leistungen der achten Schulstufe flächendeckend in allen Schulen Österreichs erhoben. Dieses Jahr kamen auch die vierten Klassen der Volksschulen hinzu. 2013 stellten sich somit an die 8.000 Vorarlberger Schüler dem Fragebogen. Getestet wird jedes Jahr ein anderes Fachgebiet.

Im Schreiben unterdurchschnittlich

Die Ergebnisse sind in beiden Jahrgängen ernüchternd. Vorarlbergs vierte Klassen der 52 Mittel-, fünf Hauptschulen und zehn Gymnasien liegen im Verständnis von Englisch im Bundesschnitt, wobei sie im Schreiben unterdurchschnittliche Ergebnisse einfuhren. Beim Lesen erreichen etwas mehr Schüler das Niveau A2 als im Bundeschnitt. Zwar liegen die einzelnen Schultypen jeweils über dem Bundesschnitt, jedoch drückt die geringe Anzahl der Gymnasien im Vergleich zu anderen Bundesländern den Landesschnitt.

Der Abstand zum Bund ist dabei gering, wie Landesrätin Bernadette Mennel betont. So würden in Österreich fünf Prozent der Schüler die Standards nicht erreichen, in Vorarlberg sind es sechs Prozent. Außerdem sei das Schreiben in Englisch eine bundesweite Schwachstelle. Ein Vergleich zwischen der neuen Mittelschule und den Hauptschulen sei schwierig. Dies liegt vor allem daran, dass es in Vorarlberg nur noch fünf Hauptschulen gibt.

Volksschulen enttäuschen

In den 167 Volksschulen sieht es nicht besser aus. Hier wurden dieses Jahr erstmals die Mathematikkenntnisse der Viertklässler erhoben. Mit 514 Punkten liegt Vorarlberg klar unter dem Bundesschnitt von 533 Punkten. Selbst im sogenannten “fairen Vergleich”, in dem die sozialen Rahmenbedingungen zusätzlich berücksichtigt wurden, liegt Vorarlberg unter den Erwartungen.

Jeder zehnte Schüler hat die Bildungsstandard nicht erreicht, fast jeder nicht oder nur teilweise. Zum Vergleich, bei den “Klassenbesten” Oberösterreich und Salzburg haben 19 Prozent die Bildungsstandard nicht oder nur teilweise erreicht. Schlusslicht ist Wien. Nur hier haben mit 17 Prozent mehr Schüler die Bildungsstandards nicht erreicht. 30 Prozent der Wiener Volksschüler erfüllen die Standards nicht oder nur teilweise. Hier ist Wien ebenfalls Bundesschlusslicht. Da in Wien jedoch mit 12 Prozent mehr Schüler als in Vorarlberg die Bildungsstandard übertroffen haben, liegt es punktemäßig noch vor Vorarlberg.

Verstärkte Sprachförderung

Trotz den enttäuschenden Ergebnissen sieht Mennel den bisher eingeschlagenen Weg mit dem beschlossenen Stundenpaket als richtig an. Diese müssten nun jedoch verstärkt werden, vor allem in den Basisfähigkeiten Lesen, Schreiben, Rechnen und der Sprachförderung. Schließlich wirke sich das Sprachverständnis auch auf das Aufgabenverständnis in anderen Fächer aus. Da es die ersten solchen Erhebungen sind, mangelt es an Vergleichsmaterial, um die Wirksamkeit der Maßnahmen zu überprüfen. Noch am Freitagnachmittag erhielten die Schulen ihre jeweiligen Einzelergebnissen, diese müssten nun in Zusammenarbeit mit dem Schulinspektorat analysiert werden. Die Pädagogische Hochschule Vorarlbergs unterstützt die Schulen bei der Aufarbeitung der Ergebnisse.

Erste solche Erhebungen

Das BIFIE erhebt mit den Bildungsstandards die zentralen fachlichen Kompetenzen der Schüler am Ende der vierten Schulstufen. Hauptziel ist dabei die Verbesserung des Unterrichts. Die erste flächendeckende Überprüfung fand im Mai 2012 für das Fach Mathematik in der achten Schulstufe sstatt. Im Frühjahr werden in beiden Jahrgängen die Deutschkenntnisse erhoben.

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