Eine Bilanz nach fünf Jahren Achraintunnel

Der Kreisel Dornbirn-Nord, stets überlasteter Zubringer zum Achraintunnel.
Der Kreisel Dornbirn-Nord, stets überlasteter Zubringer zum Achraintunnel.
Schwarzach. (stp) Die Hofsteig-Gemeinden und Autofahrer haben vom Achraintunnel profitiert, die Verkehrssituation von Alberschwende hat sich eher verschlechtert.

Nach mehr als 30 Jahren Planung und Diskussion und über zehn Jahren – einschließlich des Sondierstollens – Bau ging vor fünf Jahren der Achraintunnel samt Neutrassierung der L 200 zwischen Autobahn und Schwarzachtobel in Betrieb. „Begleitmusik“ in der letzten Realisierungsphase waren gewaltige Kostensteigerungen und nach Inbetriebnahme viele Kinderkrankheiten, die immer wieder zu Verkehrsbehinderungen und Sperren führten. Nichtsdestotrotz: Nach fünf Jahren kann eine insgesamt positive Bilanz gezogen werden.

Gewinner und Verlierer

Gegen die „positive Bilanz“ erhebt vor allem Alberschwende Einspruch, denn in der Gemeinde am Tor zum Bregenzerwald hat sich die Situation unbestritten verschlechtert. Die bequemere Verbindung hat nicht nur viel Verkehr vom Achrain, der früheren L 200, auf die Schwarzachtobelstraße verlagert und damit auch eine Verkehrszunahme in diesem Abschnitt der Alberschwender Ortsdurchfahrt bewirkt, sondern auch einen Teil des Verkehrs von der Bödelestraße nach Alberschwende verlagert.

Vision blieb unerfüllt

Alberschwende hat seine Hausaufgaben gemacht, um der Verkehrszunahme Paroli zu bieten und die Situation vor allem für die schwachen Verkehrsteilnehmer zu verbessern. Seit vielen Jahren wurde am Abschnitt zwischen Schwarzachtobel und Ortszentrum gebaut. Gehsteige wurden angelegt, Fahrbahnteiler installiert und vieles mehr. Inzwischen konnte auch der Geh- und Radweg Bühel-Dreßlen gebaut werden, der auch in diesem Abschnitt mehr Sicherheit für die schwachen Verkehrsteilnehmer bringt.

Die große Vision einer Ortskernumfahrung hat jedoch drei Bürgermeister „überlebt“ und wird wohl auch in der Amtszeit von Angelika Schwarzmann kaum realisiert werden können, wenngleich sich Alberschwende intensiv um eine große Lösung bemüht. Wohl wissend, dass dies immer schwieriger wird, denn nicht nur die Kosten einer solchen Straßenlösung sind ein Bremsklotz, auch die Möglichkeiten zur Trassenführung werden nicht besser, je mehr in Alberschwende gebaut wird.

Mehr „Licht im Westen“

Weitaus zufriedener mit dem Achraintunnel sind die Autofahrer, Gäste des Bregenzerwaldes ebenso wie die vielen Auspendler aus dem Wald „ans Land“, die sich mit dem Tunnel samt neuer Trasse viel Zeit und Ärger sparen, wenn sie zum einen bequemer durch das Schwarzachtobel rollen und zum anderen Haselstauden, Schwarzach/Wolfurt/Lauterach umfahren können. Wie viel Verkehr hier aus den Hofsteig-Gemeinden einschließlich Haselstauden auf die neue Trasse direkt auf die Autobahn/L 190 verlagert wurde, kann tagtäglich am Stau vor dem neuen Kreisverkehr am Anschluss Dornbirn-Nord abgelesen werden.

Der Stau im „freien Gelände“ ist aber allemal das kleinere Übel als zähfließender und die Anrainer belastender Verkehr durch die Gemeinden, die spürbar entlastet wurden, auch wenn die Rückbaumaßnahmen – Stichwort „Hofsteigader“ – ins Stocken geraten sind und die L 3 noch längst nicht jenes Aussehen bekommen hat, das sich die Gemeindeväter nach Eröffnung des Tunnels vorgenommen hatten.

Dennoch: Insgesamt wird das große Projekt, das vor fünf Jahren in Betrieb ging, vor allem in Schwarzach, Wolfurt und Haselstauden positiv gesehen. Die Prognosen der Verkehrsentlastung sind weitgehend eingetroffen und damit haben die L-3-Anrainer – einschließlich der Bevölkerung an den vielen Schleichwegen durch dichtbesiedeltes Wohngebiet – an Lebensqualität gewonnen.

Kleines Detail am Rande: Wie schnelllebig unsere heutige Zeit ist, ruft ein Blick auf das obligate „Eröffnungsfoto“ in Erinnerung. Beim Durchschneiden des Bandes haben noch die Bürgermeister Wolfgang Rümmele und Helmut Leite „Schere angelegt“, ebenso Landeshauptmann Herbert Sausgruber sowie die während der Bauzeit als Straßenbau-Landesräte verantwortlichen Dieter Egger, Manfred Rein und Karlheinz Rüdisser.

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