Böhler-Gruppe für die Zukunft gerüstet

Feldkirch – In die Firmengeschichte der Böhler-Gruppe reihen sich in diesem Jahr gleich mehrere Meilensteine ein. Denn nicht nur das 1,2 Millionen Euro schwere Investitionsprogramm, das erhöhte Kapazitäten für die Abwasserreinigungsanlage sowie das analytische Labor schaffte, wurde abgeschlossen.

Das im Bereich der Abfallentsorgung und Umwelttechnik tätige Unternehmen feiert außerdem sein 60-jähriges Bestehen. Und nicht zuletzt kommt es zum Wechsel an der Spitze: Horst Böhler zieht sich aus dem Tagesgeschäft zurück und gibt das Ruder an die nächste Generation weiter.
 
„Sind nie stehen geblieben“
Bereits Ende der vierziger Jahre gründete Gebhard Böhler ein Elektrounternehmen, das sich im Laufe der Zeit auf den Anlagenbau spezialisierte. Unter seinem Sohn Horst rückten dann Aktivitäten im Umweltschutz in den Vordergrund und es wurden eigene Behandlungsanlagen gebaut, um Abfall zu entgiften, sauber zu machen und zu entsorgen. Heute umfasst die Böhler-Gruppe die Unternehmensbereiche „Abfall-Abluft-Abwasser“, „Technik“ und „Analytik“. Auf den Werdegang der Firma blickt Seniorchef Horst Böhler stolz zurück: „Wir sind nie stehen geblieben, sondern haben uns auch in neue Gebiete vorgewagt.“ So sind heute von Spanien bis Rumänien schon mehr als 40 von „Böhler Technik“ konstruierte Abluftreinigungsanlagen im Einsatz. Neben diesen so genannten Denox-Anlagen zur Verringerung von Stickoxydemissionen in der Zementindustrie setzen die Feldkircher Anlagenbauer auch Tanklager für Biostromkraftwerke um. „Das jüngste Projekt haben wir bei Franzesfeste in Südtirol umgesetzt“, so Böhler. Rund ein Drittel des Umsatzes der Technik-Abteilung entfalle mittlerweile auf den Bau solcher Tanklager und Entstickungsanlagen.
 
100 Prozent wieder verwertbar
Auch die vergangenen Monate standen für die Böhler-Gruppe ganz im Zeichen des Fortschritts. Angesichts der rasanten technischen und gesetzlichen Entwicklungen im Umweltbereich wie im  Anlagenbau wurde trotz andauernder Wirtschaftskrise ein Investitionspaket in Höhe von 1,2 Millionen Euro geschnürt. Das Geld floss zu gleichen Teilen in eine weitere Aufbereitungsanlage für belastete Abwässer sowie in das Analytiklabor. „Die neue Abwasserlinie bringt sowohl mehr Flexibilität zu Stoßzeiten als auch erhöhte Sicherheit“, erörtert Horst Böhler. „Vor allem aber haben wir dadurch die Möglichkeit, im Sinne der Nachhaltigkeit bestimmte Abwässer so aufzubereiten, dass sortenreine Metallschlämme entstehen.“ Als Sekundärrohstoffe können diese vollständig recycelt werden. Für die Analytik-Abteilung wurde indes die Laborfläche verdreifacht. Jetzt stehen auf 900 statt 300 Quadratmeter modernste technische Geräte für Analysen und Gutachten in den Bereichen Trinkwasser, Abwasser, Boden, Kompost, Luft, Abfälle und Lebensmittel etc. zur Verfügung. „Im Zuge dessen haben wir uns auch personell verstärkt und drei neue Labormitarbeiter eingestellt“, so Böhler.
 
Idealer Zeitpunkt für Unternehmensnachfolge
Nun beginnt für die Böhler-Gruppe ein neuer Abschnitt. Denn nicht zuletzt das erfolgreich abgeschlossene Investitionsprogramm hat Horst Böhler zum Anlass genommen, von der ersten in die zweite Reihe zu treten und sich vom Tagesgeschäft zurück zu ziehen. „Das Unternehmen ist für die Zukunft gut gerüstet, der Standort in Vorarlberg abgesichert“, begründet der scheidende Seniorchef seine Entscheidung. „Zudem sind meine Nachfolger längst in die Entscheidungsprozesse eingebunden.“ Der Generationswechsel nahm de facto bereits vor 15 Jahren seinen Anfang, als Böhlers Söhne in den heimischen Betrieb eingestiegen sind. Längst führt Christian Böhler den Geschäftsbereich „Abfall-Abluft-Abwasser-Umweltschutz“ und Guntram Böhler die für den Anlagenbau zuständige Technik-Sparte. Für den 1993 gegründeten Bereich Analytik konnte mit dem Chemiker Dr. Edwin Kalb ein versierter Leiter gewonnen werden, der den Auf- und Ausbau des Labors seither maßgeblich vorangetrieben hat. „Der Zeitpunkt, das Ruder an die Jungen zu übergeben, könnte also nicht besser sein“, freut sich Horst Böhler, der sich im Unternehmen zukünftig ausschließlich um Strategieentwicklung und Sonderprojekte kümmern wird.
 
Über das Unternehmen
Die Böhler-Gruppe beschäftigt insgesamt 75 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2008 rund 12 Millionen Euro Umsatz. Mehr als die Hälfte davon wurde in Vorarlberg erzielt. Zur Unternehmensgruppe zählen auch Beteiligungen an der auf Container- und Sondertransporte spezialisierten Firma Burtscher in Bludenz sowie an dem international tätigen Entsorgungsunternehmen Häusle.

Quelle: wiko

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