Besucherrekord bei poolbar-Festival

Feldkirch - Am vergangenen Wo­chenende wurde die achte und letzte poolbar-Festival-Woche mit einem finalen Feuerwerk an internationalen kulturellen Highlights abgeschlossen. Die genauen Zahlen liegen noch nicht vor, aber bereits vor dem Wochenende war klar, dass die letztjährige Rekordmarke von 20.000 BesucherInnen bei der bereits 17. Auflage des Festivals deutlich überschritten wurde.

Noch einmal wurde am letzten Wochenende die ganze Bandbreite des Angebotes auf die Spitze getrieben: Minimal Tech aus Deutschland (Pantha du Prince), Folkrock aus Irland (Wallis Bird) oder psychedelischer Indierock aus Alaska (Portugal.The Man) wurden umrahmt von Kurzfilmen aus Vorarlberg (FH Vorarlberg) und Bands und DJs aus Wien bzw. auch direkt aus Feldkirch – dazu Kunstprojekte, die poolbar-Architektur, eine künstlerisch gestaltete T-Shirt-Kollektion und viele andere Details aus der glamurös-diskursiven poolbar-Welt zwischen „Pop und Nischen“.

Kontinuierliches Wachstum

Auch wenn es nicht das erklärte Ziel ist: Das poolbar-Festival wächst kontinuierlich, die BesucherInnenzahlen steigen – und das Publikum wird immer internationaler. LiechtensteinerInnen und SchweizerInnen stellen ohnehin einen guten Teil des Stammpublikums dar, diesen Sommer war zusätzlich spezielles Interesse aus den östlichen Bundesländern Österreichs und aus Deutschland zu verzeichnen – und für Bands wie zum Beispiel Flogging Molly oder Broken Social Scene wurden teilweise sehr weite Wege in Kauf genommen.

Nicht zuletzt entwickelt sich die poolbar-Architektur immer mehr zu einer Trademark des Festivals, die als einer der Headliner wahrgenommen wird und neben der familiären Stimmung und der naturräumlichen Idylle einen guten Teil dazu beiträgt, dass das poolbar-Festival international sehr große Beachtung findet.

Das Siegerprojekt „insideout“ stammte vom Schweizer Architektentrio Banz, Luedi, Gehrig (ETH Zürich) und stellte (in Kooperation mit dem vorarlberger architektur institut und der Vorarlberger Wirtschafts- und Landwirtschaftskammer) die Verwendung von Holz aus Vorarlberg in den Mittelpunkt.

Im poolbar-Film, der Dokumentation über fast acht Wochen Festival-Geschehen, schwärmt eines der Bandmitglieder von Flogging Molly nicht ohne Grund – und nicht nur in Bezug auf die Architektur: „We have never been to such a beautiful place like this“.

209 Programmpunkte 

Das Festival dauerte heuer ausnahmsweise eine Woche länger – die Zahl der Veranstaltungen ist beeindruckend: Insgesamt standen 209 Events auf dem Programm, darunter ein Poetry Slam, ein Tanzmarathon, ein Pop-Quiz, zwei Diskussionen, zwei Kabarettveranstaltungen, vier Lesungen, vier Präsentationen, sechs Live-Übertragungen der Fußball-WM, acht Jazzfrühstücke mit Live-Bands, elf Filmveranstaltungen, 66 Konzerte und mehr als 100 DJ-Acts.

Nicht berücksichtigt in dieser Statistik sind die Visuals-KünstlerInnen, die poolTanz-Workshops sowie die zahlreichen Veranstaltungen im „Brutkasten“.

Nischen im Popkulturstatus

Selbstverständlich sind die klingenden Namen die großen Attraktionen, die – so oft wie noch nie – für eine ausverkaufte Halle gesorgt haben. Doch manchmal gelingt es beim poolbar-Festival, die Nische in den Pop-Status zu erheben: So war z.B. neben mehreren Programmkino-Aufführungen auch der Poetry Slam – ein poetischer Wettstreit von Dichtern – restlos ausverkauft, selbst die politisch-ökosoziale Diskussion mit dem Gründer von Attac Österreich, Christian Felber, erlebte einen ungeahnten Besucheransturm und war ebenfalls ausverkauft.

Ebenfalls sehr beliebt waren die Jazzfrühstücke, die jeden Sonntag unter den Linden im Reichenfeldpark stattfanden – nur der Regen konnte gelegentlich den überwältigenden Andrang bremsen.

Ein besonderer Schwerpunkt wurde 2010 auf Literatur gelegt, nachdem sich das Konzept, an lauen Sommerabenden dem Publikum auf der Terrasse vor großen Konzerten Literarisches zu kredenzen, im vergangenen Jahr sehr bewährt hatte. Der Regen zwang heuer aber leider ausnahmslos alle Lesenden (von André Pilz über Illbilly the K.I.T.T. bis Roland Alton) dazu, ins Gebäude auszuweichen. Das Leseerlebnis war dennoch genüsslich.

Workshops & Gaukler & Kunst & öffentlicher Raum

Bereits zum zweiten Mal hat Rebekka Rom im Rahmen des poolbar-Festivals den „poolTanz“ organisiert, eine Workshopreihe mit zeitgenössischem Tanz. Auch hier scheint sich eine interessante Schiene nachhaltig zu etablieren.

Erstmals wurde die Wiese vor dem Alten Hallenbad auch zu einer der offiziellen Bühnen des Feldkircher Gauklerfestes – poolbar-Publikum und Gaukler-Fans vertrugen sich prächtig. Diese Kooperation scheint ebenso Zukunft zu haben wie jene mit der Galerie Lisi Hämmerle in Bregenz, wo parallel zu Ingrid Pröllers Kunstinstallationen im Hallenbad und im öffentlichen Raum eine Ausstellung der Künstlerin zu sehen war.

Tobias Maximilian Schnell manipulierte mit seinem Kunstprojekt „hack attack“ die festivaleigene Homepage und das Projekt „Ruf an!“ (Gerald Zahn, Anita Land) installierte sich akustisch wiederum im öffentlichen Raum.

Letzterer wurde aber nicht nur durch Kunst besetzt, sondern auch durch die poolbar-Grafik: Frei nach dem Motto „Spread The Bird“ enthielten die Plakate des Festivals Sticker in Vogel-Form, die von den Plakaten entfernt und verbreitet werden konnten. Je länger das Festival dauerte, umso weniger „bevölkert“ waren die Plakate, umso belebter aber wurde der öffentliche Raum.

Rückblick und Blick in die Zukunft

Die Veranstalter und das fast 100-köpfige poolbar-Team können auf einen sehr friedlichen, erfreulichen Sommer zurückblicken, in dem das Stammpublikum verwöhnt und viele neue poolbar-Fans gewonnen werden konnten.

Die Planungen für den nächsten poolbar-Sommer laufen bereits auf Hochtouren: Die Ausschreibungen für die Wettbewerbe in Sachen poolbar-Architektur, Kunst, Mode und auch für die Bieretikettengestaltung werden demnächst publiziert. Das poolbar-Festival 2011 startet wiederum Anfang Juli und wird (aufgrund der Terminkollision mit einer anderen Veranstaltung) 2011 wieder auf die Dauer von sieben Wochen verkürzt.

Die Veranstalter hoffen, dass bis zum Sommer 2011 weitere Maßnahmen seitens der Stadt Feldkirch ergriffen werden, um die an warmen Tagen teilweise tropischen Temperaturen in den Griff zu bekommen.

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