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Besucher mit Schusswaffen, Messern, Axt am Linzer Gericht

Hinter dem Eingang wartet die Kontrolle
Hinter dem Eingang wartet die Kontrolle ©APA/FOTOKERSCHI.AT / WERNER KERSCHBAUMMAYR
Sieben Schusswaffen, 1.094 Messer, 49 Pfeffersprays, ein Taser, ein als Kugelschreiber getarntes Messer und 4.784 sonstige gefährliche Gegenstände wie etwa Korkenzieher sind den Besuchern des Landesgerichts Linz im Vorjahr bei der Eingangskontrolle abgenommen worden, bilanzierte das Gericht am Montag in einem Pressegespräch. Ein Besucher hatte demnach 120 Einwegspritzen, zehn davon blutverschmiert, dabei. Heuer wurde auch bereits eine Axt konfisziert.

Das Werkzeug gehörte einer mutmaßlich unterstandslosen Frau, die es für den Aufbau ihrer Behausung dabeigehabt haben dürfte. Sie habe die Axt nach ihrem Termin in Gericht wieder zurückbekommen, schilderte Sicherheitsbeauftragte Monika Gruber. Generell hätten viele Besucher, denen etwas abgenommen wurde, die Gegenstände irrtümlich dabeigehabt. Sofern es sich nicht um eine verbotene Waffe - wie etwa den Taser und das als Schreibwerkzeug getarnte Messer - gehandelt hat oder gegen die Personen ein Waffenverbot bestand, haben sie alles wieder zurückerhalten. Die Schusswaffen waren allesamt Faustfeuerwaffen, die legal besessen wurden.

38 Mal wurden bei der Kontrolle Drogen gefunden - ein unverbesserlicher Konsument wurde sogar zweimal am selben Tag mit Suchtgift erwischt. 51 Mal kam es zu Vorfällen, bei denen die Polizei anrücken musste, bei 29 Verhandlungen wurde bereits im Vorfeld Polizeiassistenz angefordert und zweimal musste die Exekutive wegen rabiater "Fangruppen" einschreiten, die sich vor dem Gebäude versammelt hatten. Fünfmal war die Rettung vonnöten - einmal, weil jemand irrtümlich gegen die Glastüre des Eingangs gelaufen war.

Insgesamt haben im Vorjahr 130.558 Personen die Eingangskontrollen des Landesgerichts passiert. Unter ihnen sind auch viele Besucher der Justizanstalt. Im Gericht hofft man, dass das Gefängnis bald eine eigene Eingangskontrolle bekommt, da diese Kontrollen sehr zeitaufwendig sind und oft zu Wartezeiten an der Schleuse beim Haupteingang führen.

(APA)

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