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Beste Erdbeeren in den Häcksler

Seit Montag ist Wolfgang Karg in seinen Erdbeer-Anbaugebieten in Gaissau damit beschäftigt, die Ernte eines ganzen Hektars - gut 15 Tonnen Erdbeeren - zu vernichten.

Er bekam nicht genügend osteuropäische Erntehelfer zugeteilt.
„Das sind 40.000 bis 50.000 Euro Schaden, was etwa meinem Profit in einem Geschäftsjahr entspricht.“

Diese Klage richtete Karg an den für die Bewilligung zuständigen Wirtschaftsminister Bartenstein. „Wir haben um 40 Helfer angesucht und nur 30 bekommen, das aber erst vor der anstehenden Ernte erfahren. Bei der Hitze, die zuletzt herrschte, hätten wir sogar 50 Erntehilfen beschäftigen können“, verwies Karg auf die nicht vorhersehbaren, sich sehr kurzfristig ergebenden Einsatztermine. Einheimische oder Arbeitslose kämen nicht in Frage, weil „ich z. B. bei der Spar eine Qualität abliefern muss, die nur geübten Pflückern gelingt. Wenn ich da zuerst Unkundige einschulen muss und nach einem Tag Ernterückstand ein schweres Gewitter niedergeht, habe ich Marmelade im Feld“, verdeutlichte Karg. Die Vernichtung der überreifen Beeren sei deshalb ein Muss, weil sich der dadurch verursachte Pilzbefall rasch auf gesunde Kulturen ausbreiten und die Saison völlig vermasseln würde. Appell von Karg an Bartenstein: Die Saisonkontingente für Erntehelfer sollten nicht so eng bemessen, die Bewilligungen ein Jahr im Voraus ausgesprochen werden.

Anton Strini, Chef des Landes-AMS, erklärte auf unsere Anfrage, dass für Vorarlberg heuer 45 solche Kontingentplätze bewilligt wurden, von denen zwei Drittel auf Karg entfallen. „Also gleich viel wie im Vorjahr“ (Strini). Im übrigen habe Karg erst am 13. Juni 20 polnische und 10 bulgarische Helfer beantragt. Die 20 Polen seien am 19. Juni bewilligt worden, die 10 Bulgaren erst einige Tage später, da die Unbedenklichkeitsbescheinigung für sie von Karg nicht früher beigebracht worden war. Strini: „Wir wissen um die Besonderheit der Situation und tun unser Möglichstes. Arbeitslose oder Einheimische würden da übrigens nach drei Stunden zusammenkippen.“

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