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Berufungsgericht erhöhte Geldstrafe um 9000 Euro

Der 57-jährige Einbrecher hatte Glück, dass er trotz seiner bereits 18. Verurteilung nicht wieder ins Gefängnis muss.
Der 57-jährige Einbrecher hatte Glück, dass er trotz seiner bereits 18. Verurteilung nicht wieder ins Gefängnis muss. ©Symbolbild/Bilderbox
Oberlandesgericht hob Geldstrafe für Einbrecher von 6000 auf 15.000 Euro an. Haftstrafe blieb dem 57-Jährigen trotz 17 Vorstrafen erspart.

Der 57-jährige Einbrecher hatte Glück, dass er trotz seiner bereits 18. Verurteilung nicht wieder ins Gefängnis muss. Sowohl das Landesgericht Feldkirch als auch das Oberlandesgericht Innsbruck sahen von der Verhängung einer unbedingten Freiheits­strafe ab.

Allerdings erhöhte das Oberlandesgericht (OLG) im Berufungsprozess die Geldstrafe um 9000 Euro und gab somit der Berufung der Staatsanwaltschaft Folge. Die Geldstrafe beträgt jetzt 15.000 Euro. Das Erstgericht hatte noch mit 6000 Euro das Auslangen gefunden. Im Berufungsverfahren wurde das Einkommen des in der Schweiz gut verdienenden Arbeiters höher gewichtet. Die Höhe des einzelnen Tagessatzes wurde am Landesgericht mit 20 Euro festgesetzt, am OLG nun aber mit 50 Euro. Mit 300 Tagessätzen blieb der Schuldgehalt der Tat unverändert hoch. Damit errechnete sich die Geldstrafe in Innsbruck so: 300 Tagessätze mal 50 Euro.

Zusätzlich zur unbedingten Geldstrafe von 15.000 Euro wurde eine bedingte Haftstrafe von zwölf Monaten verhängt. Die Bewährungsfrist für die bedingte Freiheitsstrafe beläuft sich auf drei Jahre. Mit der rechtskräftigen kombinierten Strafe kam der Vorbestrafte gut davon. Offenbar wollten die Milde walten lassenden Gerichte dazu beitragen, dass der 57-Jährige seinen gut dotierten Job behalten kann.

25 Euro erbeutet

Der Angeklagte gab zu, dass er bei einem Einbruch in ein Vereinsheim eines Dornbirner Tennisklubs 25 Euro erbeutet hatte. Die mögliche Höchststrafe dafür beträgt seit der mit Jahresbeginn in Kraft getretenen Strafrechtsreform nur noch drei Jahre Gefängnis. Die frühere Strafdrohung von sechs Monaten bis fünf Jahren Haft gilt nur für Einbruchsdiebstähle in Wohnstätten.

Zwischen 1976 und 2012 ist der ledige Mann 17 Mal strafrechtlich verurteilt worden, vor allem wegen Körperverletzung. Die meisten Vorstrafen lägen lange zurück, merkte der Feldkircher Erstrichter an. Ohne die Aussetzer mit der einschlägigen Vorstrafe von 2012 und dem Einbruch vom Juni „wären Sie fast ein Beispiel dafür, wie ein Mensch sich ändern kann“, sagte der Richter zum Angeklagten. Er halte ihn für einen netten Menschen, der sich zuletzt auf einem recht guten Weg befunden habe.

„Was tue ich mit Ihnen?“, hatte der Richter vor der Verkündung des Ersturteils den Angeklagten gefragt. Wegen der „enormen Vorstrafenbelastung“ sei es „verdammt schwer“, ihn nicht ins Gefängnis zu stecken.

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