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Überregional agierende Einbrecherbande festgenommen

Ravensburg/Lindau/Oberallgäu (D) - Nach umfangreichen Ermittlungen der Kriminalpolizei Ravensburg konnte in der Nacht von Sonntag auf Montag letzter Woche in Leutkirch-Tautenhofen eine überregional agierende Einbrecherbande festgenommen werden, die ihre Spur vom Kreis Lindau über Sigmaringen, Ravensburg, Kempten und Biberach bis nach Memmingen zog.

Derzeit wird gegen insgesamt neun Tatverdächtige ermittelt. Gegen vier wurde auf Antrag der Staatsanwaltschaft Ravensburg Haftbefehl erlassen, wobei einer außer Vollzug gesetzt wurde. Die zwischen 23 und 56 Jahre alten Einbrecher sind zum Teil miteinander verwandt oder kennen sich aus früheren Gefängnisaufenthalten. Seit dem Frühjahr 2008 waren sie immer wieder in wechselnder Besetzung unterwegs. So machten sie sich, wie im März 2008 berichtet, in Aulendorf in einem Drogeriemarkt zu schaffen. Sie brachen einen eingebauten Tresor aus der Wand und nahmen neben Bargeld auch Hygieneartikel und Tabakwaren mit. Der Gesamtschaden belief sich auf 16.000 Euro.

Wiederum im März 2008 rissen die Diebe in Ravensburg ebenfalls aus einem Drogeriemarkt einen eingebauten Tresor aus der Wand und stahlen neben dem Bargeld rund 65 Stangen Zigaretten im Wert von 2500 Euro aus dem Verkaufsraum.

Auch Geldautomaten waren ein beliebtes Ziel der Bande. In Leutkirch mussten sie im August 2008 in der Steinbeißstraße jedoch ohne Beute wieder abziehen, da sie mit der durch ihren Schweißbrenner entstandene Hitze den Brandmelder auslösten. Jedoch richteten sie bei ihrem Vorgehen einen Sachschaden in Höhe von etwa 10.000 Euro an.
In der Postfiliale in Aichstetten gingen sie ebenfalls brachial vor. Die Bande hebelte dort einen 300 Kilogramm schweren Schrank aus dem Gebäude und transportierte diesen in ein bereitgestelltes Fahrzeug ab. Außer dem vorgefundenen Bargeld erbeuteten die Täter Briefmarken im Wert von 15.000 Euro.

Mehrere schadensträchtige Einbrüche im Allgäu konnten den Tätern ebenfalls zugeordnet werden. Auch hier begann die Serie im März 2008 als die Bande bei einem Drogeriemarkt in Dietmannsried das Gitter von einem Toilettenfenster aus dem Mauerwerk brach und anschließend über das Fenster eindrang. Aus dem Büro wurde der an der Wand verschraubte Tresor komplett aus der Verankerung gewuchtet und nach außen verbracht. Der Schaden betrug in diesem Fall rund 15.000 Euro.

Anfang Mai drangen die Täter in Sonthofen gewaltsam vom Hinterhof in die Postfiliale ein, indem sie zwei Türen gewaltsam aufbrachen. Der dort von hinten zugängliche Geldautomat wurde aufgeschweißt und das Geld entwendet. In diesem Fall erbeutete die Bande fast 90.000 Euro und verursachte einen Schaden von 30.000 Euro. Ebenfalls ein Geldautomat wurde nur zwei Tage später in Wasserburg angegangen. Die in diesem Fall erfolglose Bande verursachte auch hier einen Schaden von über 30.000 Euro.Im Juni 2008 drang die Bande in Weißensberg in einen Baumarkt ein. Der Beute- und der Sachschaden hielt sich hier mit 5.000 Euro in Grenzen. Im August 2008 schlugen die Bandenmitglieder erneut in Dietmannsried zu. Aus einem Verbrauchermarkt entwendeten sie unter anderem Zigaretten und Postwertzeichen. Hier betrug der Beuteschaden 50.000 Euro. Der Sachschaden 15.000 Euro. Bei einem Versuch Anfang Februar 2009 in Fellheim in eine Bank einzudringen wurden die Täter gestört. Durch die umfangreichen Ermittlungen der Kriminalpolizei Ravensburg konnten bislang 14 Einbrüche der Bande zugeordnet werden.

Auf die Spur der Tätergruppierung kam die Polizei dank einer Zeugenaussage zu einem Einbruch in Leutkirch Ende August 2008. Die weitere Auswertung ließ schon früh einen klaren Tatzusammenhang mit weiteren gleich und ähnlich gelagerten Fällen im Bereich Bad Saulgau, Wasserburg und Sonthofen erkennen. Zur Klärung der Einbruchsserie wurde ab Mitte September 2008 bei der Kriminalpolizei Ravensburg in enger Zusammenarbeit mit den Kriminaldienststellen in Sigmaringen, Lindau und Nauen eine Ermittlungskooperation eingerichtet.

Durch die Auswertung der Spuren und weiterer Ermittlungsmaßnahmen erhärtete sich der erste Tatverdacht und weitere Einbruchstaten rund um den Landkreis Ravensburg konnten der Bande zugerechnet werden. Im Rahmen der Ermittlungen und der verdeckt durchgeführten Überwachungsmaßnamen einer Spezialeinheit, ergaben sich konkrete Hinweise, dass die Bande das letzte Januarwochenende erneut zuschlagen wollte. Unter den Augen der Polizei baldowerten die Einbrecher mehrere Objekte aus und kauften in einem Baumarkt das noch fehlende Einbruchswerkzeug. Als die Bande sich in einer Nacht Anfang Februar wieder auf den Weg machte, um ein geeignetes Einbruchsobjekt zu finden, schlug die Polizei zu. Das Fahrzeug wurde von einer Spezialeinheit der Polizei angehalten und alle Fahrzeuginsassen festgenommen. Im Fahrzeug befanden sich neben dem Einbruchswerkzeug auch Funkgeräte, Handschuhe und Maskierungsmittel. Drei weitere Tatverdächtige wurden noch am selben Tag festgenommen. In seiner Wohnung befand sich Einbruchswerkzeug, das bei den zurückliegenden Taten verwendet wurde.

Noch am Tag der Festnahmen wurden im Landkreis Ravensburg insgesamt vier Wohnungen zeitgleich durchsucht. Hierbei konnte weiteres Einbruchswerkzeug, wie z.B. Schweißgerät-Armaturen samt Sauerstoffflaschen und eine Motorflex, aufgefunden werden. Auch diese Gerätschaften waren bei einigen der Einbrüche im Einsatz. In den umfassenden Vernehmungen legten die Bandenmitglieder Teilgeständnisse ab. Weitere Ermittlungen sollen zeigen, ob noch weitere Einbrüche auf das Konto der Bande gehen.

Quelle: PP SWS

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