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Überlingen-Unfall: Prozess am 15. Mai

Bülach - Fast fünf Jahre nach dem Flugzeugunglück von Überlingen müssen sich acht Mitarbeiter der Schweizer Flugsicherung Skyguide wegen fahrlässiger Tötung vor Gericht verantworten.

Die Schweizer Staatsanwaltschaft hat schon vor Prozessbeginn Freiheitsstrafen von sechs bis 15 Monaten auf Bewährung beantragt, wie das Bezirksgericht in Bülach bei Zürich mitteilte. Der erste Strafprozess nach der Kollision zweier Flugzeuge am 1. Juli 2002 am Bodensee, bei der 71 Menschen starben, beginnt am 15. Mai in der Stadthalle Bülach. Skyguide ist für die Kontrolle des süddeutschen Luftraums zuständig.

Im Einzelnen legt die Staatsanwaltschaft Winterthur den Angeklagten mehrfache fahrlässige Tötung sowie fahrlässige Störung des öffentlichen Verkehrs auf Grund von Unterlassungen und Nachlässigkeiten zur Last.

Drei der Angeklagten wird vorgeworfen, sie hätten als Verantwortliche geduldet, dass in der Unglücksnacht nur ein Fluglotse im Kontrollraum arbeitete. Der zweite durfte Pause machen. Außerdem seien technische Arbeiten ausgeführt worden. Die Telefonanlage habe wegen einer Störung nicht funktioniert. Der allein arbeitende Lotse sei überfordert gewesen, da er zusätzlich einen nicht vorgesehenen Anflug auf Friedrichshafen abfertigen musste.

Vier andere Angeklagte sollen die beiden Fluglotsen nicht oder unzureichend über die technischen Arbeiten und die damit verbundenen Einschränkungen informiert haben. Der Lotse, der sich zum Unglückszeitpunkt im Pausenraum aufhielt, wird beschuldigt, er habe sich nicht hinreichend über diese Arbeiten informiert. Die Anklagebehörde geht davon aus, dass ohne diese Versäumnisse das Unglück hätte vermieden werden können.

Bei dem Unglück waren eine Passagiermaschine der Bashkirian Airlines mit 69 Menschen an Bord und eine mit zwei Piloten besetzte Frachtmaschine des Kurierdienstes DHL zusammengestoßen.

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