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"Bericht eines Optimisten"

Klaus Islitzer erzählt in "Bericht eines Optimisten" einen Teil seiner Lebensgeschichte.
Klaus Islitzer erzählt in "Bericht eines Optimisten" einen Teil seiner Lebensgeschichte. ©Laurence Feider
Interview Klaus Islitzer

Klaus Islitzer spricht über sein Erstlingswerk.

Lustenau. Am 24. März stellt der in Lustenau geborene Klaus Islitzer sein erstes Buch “Bericht eines Optimisten” in “privater” Runde im Vereinsheim vor. Zum Interview-Termin mit der VN Heimat hat der Neo-Schriftsteller sein druckfrisches Erstlingswerk mitgebracht.

Was hat Sie dazu bewegt dieses Buch zu schreiben?
Islitzer: Gelesen habe ich immer schon gern, geschrieben eigentlich auch, vorwiegend allerdings Leserbriefe. Auf Drängen meiner Familie habe ich jetzt ein erstes Buch geschrieben. In Gedanken schreibe ich schon seit 10 Jahren an dem Buch, wirklich aufs Papier gebracht habe ich es dann letzten Herbst an drei langen Abenden mit einer Flasche Rotwein. Jetzt freut es mich total, dass es fertig ist. Ich bin schon gespannt, was meine Deutschlehrerin, die zur Lesung kommt, dazu sagt. In der Schule war ich nämlich eine volle Niete.

Um was geht es in “Bericht eines Optimisten”?
Islitzer: Das Buch erzählt meine eigene Geschichte. Genauergesagt den Teil ab dem Krankheitsausbruch bis zur ersten Nierentransplantation in Innsbruck mit 18 Jahren. Genau wie mein älterer Bruder, leide ich an der Erbkrankheit “Alport-Syndrom” die zu Nierenversagen führt. Ich erzähle wie ich als Jugendlicher diese Krankheit, die Dialyse, die Klinikaufenthalte und die Transplantation erlebt habe. Parallel dazu wird die Geschichte von meinem Bruder Hans erzählt, der leider mit 39 Jahren gestorben ist. Zum Teil ist es auch eine Art Erinnerung und Gedenken an ihn. Die Geschichte im Buch endet mit dem 19. Mai 1984 als ich mit einer funktionierenden Niere nach Hause gefahren bin. Danach folgten für mich 15 wunderbare Jahre in denen ich alles tun konnte, ich habe Fußball und Eishockey gespielt, geheiratet und ein Haus gebaut. Im Jahr 2000 wurde dann eine zweite Nierentransplantation notwendig. Inzwischen geht es mir wieder gut.

Wie haben Sie den Titel für Ihr Buch ausgewählt?
Islitzer: Ich bin und war immer schon ein Optimist, das sind ja einerseits auch Realitätsverweigerer. Ich habe eine optimistische Grundeinstellung und bin der Meinung, dass Jammern absolut sinnlos ist. Ich glaube nicht, dass das Buch jemanden motivieren kann, sein Schicksal mit Optimismus anzunehmen, Optimismus hat man oder eben nicht. Vielleicht findet sich aber der eine oder andere Nierentransplantierte Leser in meinen Schilderungen wieder.

In welchem Stil ist das Buch geschrieben?
Islitzer: Es ist wie ein Roman mit autobiographischen Zügen geschrieben. Auf keinen Fall ist es ein medizinischer oder sonstiger Ratgeber. So wie ich, ist das Buch sehr humorvoll.

War es schwierig einen Verleger für ihre Geschichte zu finden?
Islitzer: Das war nicht nur schwierig sondern fast unmöglich. Ich habe über 30 verschiedene Verlage in ganz Österreich, Deutschland und der Schweiz angeschrieben. Mit dem Hecht-Verlag in Hard habe ich einen guten Partner gefunden. Vorerst wurde das Buch auf eigene Kosten mit einer Erstauflage von 300 Stück gedruckt.

Wo ist “Bericht eines Optimisten” erhältlich?
Islitzer: Mein Buch ist nach der Präsentation ab 25. März in der Buchhandlung “Bücherwurm” in der Kirchstraße in Lustenau erhältlich.

Was bedeutet ihnen das Schreiben?
Islitzer: Es tut mir unheimlich gut und ist ideal zum Abschalten und Dampf ablassen. Ich möchte damit kein Geschäft machen und schreibe für mein Ego. Mit meinem ersten Buch bin ich restlos zufrieden, es freut mich brutal und ich habe es vor lauter Begeisterung selber schon zehnmal gelesen.

Gibt es weitere Buchprojekte?
Islitzer: Ich habe schon die drei ersten Seiten von meinem nächsten Buch geschrieben. Es wird “Abendrot” heißen und erzählt die Geschichte von einem Herrn Huber der ins Altersheim gebracht wird. Diesmal ist es ein fiktionaler Roman mit einer erfundenen Hauptfigur. Inspiriert ist es zum Teil von der Lebensgeschichte meiner Lieblingstante die ich oft in Innsbruck besucht habe. Wie beim ersten Mal werde ich wieder, voller Optimismus, sämtliche Verlage anschreiben.

Zur Person
Klaus Islitzer
Geboren: 19. August 1965 in Lustenau
Wohnhaft: in Fußach
Familie: verheiratet mit Birgit (geb. Hollenstein)
Beruf: Maschinentechniker
Hobbies: Schreiben, Lesen, Bergsteigen, Eishockeyspielen
Lieblingsbuch: “Candide” von Voltaire (“das sollte jeder lesen, der einen Frust hat”)
Motto: “No risk, no fun!”

“Mein Name ist Klaus, bin 44 Jahre alt und stamme aus Lustenau, das ist irgendein Ort in Österreich also nichts Außergewöhnliches, um darüber auch nur eine Silbe zu schreiben, und doch bewegt und drängt mich mein Kopf, mein Körper und meine Seele etwas von mir preiszugeben, was mich schon seit meiner frühesten Kindheit begleitet, verfolgt und mir täglich vor Augen hält, wie schnell ein Leben sich verändern kann, ohne dass du auch nur einmal die Chance zum Überlegen bekommst, oder eine neue Möglichkeit erhaschst dieser Lebenslinie eine andere, bessere Richtung zu geben.”, so beginnt das Buch von Klaus Islitzer.

 

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