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Berührende "Medea" am Landestheater

Mit dem Stück "Medea" von Euripides in der Übersetzung von Peter Krumme hat das Vorarlberger Landestheater am Samstagabend die neue Spielzeit eröffnet.  

Die moderne, ganz auf den Text konzentrierte Inszenierung von Frank Asmus und die brillante Leistung der Schauspieler – speziell Maria Fliri als Medea – begeisterten und berührten das Premierenpublikum.

Einen blauen Himmel mit vorüberziehenden Wolken auf die hintere Bühnenwand projiziert, ein roter Plüschsessel – mehr benötigt Regisseur Frank Asmus nicht, um eine griechische Tragödie spannend und berührend zu inszenieren. Eine verzweifelte, tief gedemütigte Medea kauert im Sessel, erhebt sich, klagt an und erzählt dem Publikum ihre Geschichte. Es ist die Geschichte einer Frau, die alles für ihren Mann aufgegeben hat, bis er sie aufgibt. Sie hat mit der Familie gebrochen, hat den Bruder umgebracht, um Jason zu retten und mit ihm in ein fremdes Land zu fliehen. Dort verliebt sich Jason in die Tochter des König Kreon, zieht zu ihr und verstößt seine Frau.

Peter Bocek gibt einen überzeugend ahnungslosen Jason, der die Ereignisse nicht so dramatisch sieht und Medeas Wut nicht versteht. König Kreon (Wolfgang Peverstorf) fürchtet um die Ruhe und Sicherheit in seinem Reich und befiehlt deshalb der nach Rache sinnenden Medea, das Land zu verlassen, was deren Aggressionen noch mehr steigert. Ägeus König von Athen (Mario Plaz), verspricht Medea Schutz und Hilfe in seinem Land, wenn sie den Weg dorthin allein findet. Das Angebot kann Medea nicht von ihren Racheplänen abhalten. Sie vergiftet die Königstochter, auch König Kreon stirbt an dem Gift. Dann erhängt sie unter sich drohend zusammen brauenden dunklen Wolken ihre eigenen Kinder.

Den antiken Chor hat Asmus durch eine Chorfrau (Margot Mayrhofer) ersetzt, die wie ein Schatten Medea begleitet und als Stimme des Gewissens deren Rachepläne hinterfragt. Die Klanggestaltung von Daniel Dorsch unterstreicht die Dramatik des Textes sehr effektvoll, wirkt in einigen Passagen allerdings zu dominierend. Verzichtbar wären die Video-Einspielungen mit Statements von Psychiatern zur psychischen Situation von Menschen, die schwere Demütigungen erfahren haben. Dieser Erklärungen bedarf die 2500 Jahre alte Tragödie des Euripides in der Übersetzung von Peter Krumme und der beeindruckenden Inszenierung von Frank Asmus nicht.

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