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Über Nacht zu einem Star

©VMH/Klaus Hartinger
Lustenau - "Ende, Riedmann" und der Mensch dahinter. Helmut Riedmann, Pensionist aus Lustenau.
"Ende, Riedmann" im Interview
"Ende, Riedmann" - Das Original

Er blickt die Zuverlässigkeit gelobende VN-Austrägerin Gundi etwas argwöhnisch an. Dann klopft er auf die Zeitungsbox neben der Eingangstür und sagt bestimmt. „Do ichi ghöorts. Und neona andrscht. Weil sus versauocht as alls.“ Helmut Riedmann alias „Ende, Riedmann“ ist in seinem Element. Jener Mann, dessen Wutausbruch wegen einer Zeitungszustellung die YouTube-Welt eroberte. Dessen Kraftausdrücke in breitestem Lustenauer Dialekt zum Treibstoff für sämtliche Lachmuskeln wurde. Ein Mitschnitt seiner telefonischen Beschwerde gelangte irgendwie ins Internet.

Original

Helmut Riedmann ist wider Willen zum „Star“ aufgestiegen. Und erweist sich bei unserem Besuch als einzigartiges Original. Mittlerweile lässt er den Humor zu. Auch weil er diesem eh nicht mehr ausweichen kann. „Was soll i ou sus touo“, fragt er sich in urigstem Lustenauerisch. Begleitet von einem gutmütigen Augenzwinkern. Doch ansonsten hat Helmut Riedmann Grundsätze und eine klare, wenn auch eigenwillige Sicht der Dinge. Internet und Fernsehen – das braucht er nicht. „Bim Internet würind d’Lüt jô scho närrsch. Und im Fernsehn siechscht gad no Röübargschichta.“ Helmut Riedmanns heile Welt ist die seines Hobbys. Aus selbst zugefrästen Metallformen baut er Schiffsmodelle. Wenn er sich darin vertieft, verschwindet alles um ihn herum. Das ganze Haus ist ein einziger Werkraum, überall liegen Metalle und Werkstücke. In die Hauptwerkstatt im Keller lässt er keinen mehr rein. „Set a Koleeg amôl blöod gredat heät, lach i döüt kuon me ichi“. Man müsse ihm überhaupt nicht dumm kommen, da verstehe er keinen Spaß. Auf das war er macht, ist der kauzige Mann stolz. Überzeugt davon, dass er darin ein Meister ist. „Do schiißt an andora zechomol i‘d Hoos, bevor ar übrhaupt woaßt, wie ar afôcht.“

Klare Meinungen

Helmut Riedmann kennt keine Kompromisse. Weder bei Dienstleistungen noch bei der Einschätzung von Leuten. Gelegentlich beobachtet er Schüler, die von den Schulen im Hasenfeld an seinem Haus vorbei gehen. Seine Meinung über die Teenager hat er sich gebildet. „Furchtbar. Mit deina Hosa schloapfinds sFüdlo hienna nôchi. Und dänn hônds dauernd dHändys ir Schnauoro. Deawa kascht jô nid amôl virzgi wäoro.“ Riedmann hat auch schon dem Landeshauptmann in einer Sprechstunde erklärt, was für Sorten Leute es gibt. „Herr Landeshauptmann, han i gseyt, as git freyi Lüt, lauodi Lüt und suudreäcklauodi Lüt.“ Zu welchen denn er gehöre? „Zon freya natürli.“

Das Fernglas

„Frey“ ist Helmut Riedmann zum Abschied. Er baut für die Besucher sein stativgestütztes Spezialfernglas auf und lässt sie in die Schweiz ein paar ausgesuchte Häuser beobachten. Messerscharf sind die Gebäude in allen Details zu erkennen. „Do siechscht dLüt sogär, wänns hiendor an Bôm bronzand.“ Ein Augenzwinkern samt Lächeln reicht er nach. Und die Erkenntnis, dass „Ende, Riedmann“ wahrlich mehr als nur „schnauora“ kann.

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