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Benevit startet nun neu durch

Noch ehe der Landesrechnungshof kommende Woche den Prüfbericht über die beiden Benevit-Gesellschaften veröffentlicht, geht der Gemeindeverband in die Offensive.  Benevit in den VN

Dessen Pflegemanagementgesellschaft werde neu ausgerichtet, so Präsident Bürgermeister Wilfried Berchtold. Die Folgen aus den Aktivitäten des früheren Geschäftsführers Kaspar Pfister halten sich „finanziell in Grenzen“. Allein durch die vorzeitige Vertragsauflösung konnte sich Benevit 55.000 Euro einsparen. Pfisters erfolgloses Engagement in Spanien hat der Gesellschaft 45.000 Euro gekostet, weitere Aufwendungen werden jetzt zurückgefordert. „Zum Beispiel hat er nach Spanien seine Gattin mitgenommen und die Kosten uns verrechnet“, so Wolfurts Bürgermeister Erwin Mohr.

Zu viel vertraut

Kaspar Pfister sei ein ausgezeichneter Fachmann im Pflegebereich, aber mit der Buchhaltung hatte er offensichtlich nicht viel am Hut. Er habe die Sorgfaltspflicht eines Geschäftsführers „nur mangelhaft wahrgenommen“, so der Präsident des Gemeindeverbandes, Berchtold. Dem Pflegemanager Pfister habe der Gemeindeverband „auch hinsichtlich seiner Kompetenzen als Betriebsführer ein zu großes Vertrauen entgegengebracht“.

Warum die Kontrolle nicht früher einsetzte? Die Benevit sei erst drei Jahre alt und beim Auftauchen der ersten Unregelmäßigkeiten sei er eingeschritten. Nun wird Benevit neu organisiert: Die neue Benevit ist zu 100 Prozent ein gemeinnütziges Unternehmen, private Gewinnbeteiligungen werde es künftig nicht mehr geben. Gewinne aus der Consulting-Gesellschaft fließen künftig wieder in die Pflegemanagement-Gesellschaft.

Bald Aufsichtsrat

Dadurch sollen künftig günstigere Heimtarife bei “überdurchschnittlich hoher Qualität und Sozialkompetenz angeboten werden“, betont Berchtold, der auch die Installierung eines Aufsichtsrates ankündigt. Dass der frühere Bürgermeister von Alberschwende, Walter Rüf, ohne Ausschreibung als Pfister-Nachfolger aus dem Hut gezaubert wurde, sei „rechtlich gedeckt“. Dessen Vertrag wurde auf ein Jahr beschränkt.

Benevit betreut derzeit rund 200 Betten, beschäftigt 224 Mitarbeiter, davon vier in der Verwaltung. Bereits heuer werde mit einem positiven Ergebnis und einem Betriebsgewinn von 120.000 Euro gerechnet. Rüfs Ziel ist es, zusätzliche 100 Betten in drei bis vier Heimen zu schaffen. Dazu komme betreutes Wohnen.


ÖVP kritisiert ehemaligen Geschäftsführer

ÖVP-Sozialsprecherin Gabriele Nußbaumer begrüßt die Neuausrichtung der Benevit-Pflegemanagement-Gesellschaft des Vorarlberger Gemeindeverbandes. „Die 100%ige Gemeinnützigkeit, der Rückfluss allfälliger Gewinne aus der Consulting-Gesellschaft und die Einrichtung eines Aufsichtsrates sind die richtigen Schritte!“ Nußbaumer betont gleichzeitig, dass das Modell Benevit ein gutes Modell ist und dessen Einrichtung seinerzeit ja vom Rechnungshof unterstützt bzw. gefordert wurde. „Die mangelhafte Geschäftsführung unter Herrn Pfister darf nicht dazu führen, das Modell als solches in ein schlechtes Licht zu stellen!“

Die Benevit betreut bereits fünf Heime mit über 200 Betten in Vorarlberg; diese neue Art der Gemeindezusammenarbeit hat bereits dazu geführt, dass in der Führung der Heime nennenswerte Einsparungen zum Vorteil der Trägergemeinden erzielt werden konnten. „Diese Einsparungen kommen wiederum direkt den Heimbewohnern zu Gute, und zwar in Form der sehr hohen Qualität und Sozialkompetenz des Pflegepersonals sowie günstigeren Heimtarifen!“ Mit der Bestellung von Werner Rüf zum neuen Geschäftsführer hat der Gemeindeverband, so die ÖVP-Sozialsprecherin, ebenfalls Handlungsfähigkeit bewiesen und einen Profi, der die Anliegen der Gemeinden bestens kennt, an Bord geholt.

Für Nußbaumer ist klar, dass die Trennung von Geschäftsführer Pfister richtig war. „Wenn Kritik geübt werden muss, dann in allererster Linie an seiner Person.“ Nußbaumer erwartet sich, dass Pfister der Forderung des Gemeindeverbandes nachkommt und unklare Spesenabrechnungen umgehend zurück erstattet. (Quelle: Presseaussendung der ÖVP)

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