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Beim Schübling die Nase vorn

Wenn es um die Wurst geht, haben Vorarlbergs Metzgereien im Vergleich zum Handel die Nase vorn. Zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle Schübling-Test der AK Vorarlberg. Download [28 KB]

Allerdings: Ein Viertel der 28 Proben hätte gar nicht mehr verkauft werden dürfen.

In insgesamt 20 Metzgereien und acht Lebensmittelmärkten kauften die Tester der AK Vorarlberger Schüblinge. Die Produkte wurden von der Lebensmitteluntersuchungsanstalt des Landes untersucht, die Ergebnisse anschließend einem Bewertungsverfahren nach den Testrichtlinien des Vereins für Konsumenteninformation (VKI) unterzogen.

Keimzahlen
Aufgrund lebensmittelrechtlicher Beanstandungen hätte exakt ein Viertel der Proben nicht verkauft werden dürfen, sechs davon wegen stark erhöhter Keimzahlen. Diese Waren mussten als „wertgemindert“ eingestuft werden. Zwei der Proben hatten die Grenzwerte der chemischen Zusammensetzung so weit überschritten, dass sie als „verfälscht“ galten und deshalb ebenfalls nicht mehr in Verkehr gebracht hätten werden dürfen. Auffällig ist, dass von den geprüften Betrieben des Lebensmittelhandels im Vergleich zu den Metzgereien eine vergleichsweise hohe Beanstandungsrate festzustellen war.

„Sehr gut“
Dass es auch anders geht, zeigten die Ochsenmetzgerei in Lustenau sowie die Metzgereien Blum in Höchst und Salzgeber in Tschagguns, die alle mit einem „Sehr gut“ bewertet wurden. Lagen die höchsten festgestellten Keimzahlen bei über 30 Millionen pro Gramm (Sutterlüty Schwarzach), waren Keime bei der Ochsenmetzgerei Bösch kaum nachweisbar. Die Preise lagen beim Test zwischen 3,49 und 9 Euro, wobei „teuer“ nicht auch „gut“ bedeutet.

Schübling-Facts

• Brätwurst
Beim Schübling handelt es sich laut Lebensmittel-Kodex um eine so genannte „Brätwurst“ der Klasse 2 (dazu gehören auch Weißwürste, Knacker oder Leberkäse). Im Gegensatz zu anderen Ländern darf in Vorarlberg dem Schübling keine Kartoffelstärke zugesetzt werden, dafür kann der Bindegewebs-anteil höher sein. Erlaubte Bestandteile sind im Ländle lediglich: Rind- oder Schweinefleisch, Wasser, Salz, Speck und Schwarten bzw. Salzstoß (auch „Knochenputz“ genannt, das sind aus Sehnen, Fett und Fleisch bestehende Kleinstabschnitte der Skelettmuskulatur).

• Energie- und Salzgehalt
Schüblinge weisen durchgehend einen relativ hohen Energie- und Salzgehalt auf. Aber dass Schüblinge nicht gerade als Diätnahrung taugen, dürfte wohl ohnehin jedem klar sein.

• Qualität
Bei einem „Schüblingtest“ im Jänner 1992 hätten 24 Prozent der geprüften Würste nicht mehr verkauft werden dürfen, dieser Wert hat sich auf 25 Prozent erhöht. Allerdings mussten 1992 noch vier Proben als „verdorben“ eingestuft werden, beim aktuellen Test wurden keine verdorbenen Würste mehr gefunden. Qualitativ haben im Vergleich zum Handel die Metzger – wie das auch schon früher der Fall war – weiterhin die Nase vorn.

Quelle: AK Vorarlberg

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