Bei Wildunfällen sterben 100.000 Tiere

Dornbirn (VN) -  Mit der früher einsetzenden Dämmerung steigt auch die Wildunfall-Gefahr an. Österreichweit kam es im Jahr 2010 zu 114 Wildunfällen mit Personenschaden. In Vorarlberg waren es: null. Wie hoch die Unfallzahlen mit reinen Sachschäden sind, kann nur geschätzt werden.
Allein in Dornbirn und Lustenau wurden im vergangenen Jahr 24 Unfälle protokolliert. Und bei der Vorarlberger Landesversicherung gingen insgesamt 30 Versicherungsanträge wegen „Unfallgeschehen mit Wild“ ein.

Hohe Schadenssummen

Je nach Fahrzeugmodell und Tier variieren die Schadenssummen. „Bei einem durchschnittlichen Reh-Schaden kommen aber schnell 3000 bis 4000 Euro zusammen“, weiß Unfallversicherer Thomas Fritz. In Extremfällen kann dieser Betrag weiter steigen. In der Kaskoversicherung schlagen die Tierunfälle österreichweit mit geschätzten 50 Millionen Euro zu Buche, informiert die Allianz.

Volkswirtschaftlicher Schaden

Jährlich verenden rund 100.000 Wildtiere auf Österreichs Straßen, wie der ÖAMTC mitteilt. Darunter 41.000 Hasen, 37.000 Rehe und 14.000 Fasane. Den volkswirtschaftlichen Schaden beziffert Wolfgang Steiner von der Universität für Bodenkultur in Wien auf 100 Millionen Euro pro Jahr. Tendenz steigend.

Um die Fahrer und vor allem die Rehe besser schützen zu können, initiierte Bezirksjägermeister Josef Bayer vor drei Jahren gemeinsam mit dem Land und der ARGE Versicherungsgesellschaft ein Pilotprojekt. „Wir haben 90 spezielle Wildwarngeräte in Dornbirn und Lustenau angebracht“, beschreibt Bayer. Die Geräte reagieren auf die Lichter der Fahrzeuge und senden einen für den Menschen nicht hörbaren Warnton aus. Außerdem schreckt das blaue Blinklicht der Geräte die Wildtiere ab.

Diebstahl der Geräte

Von den insgesamt 90 eingesetzten „Lebensrettern“ sind aktuell nur noch 20 im Einsatz. „Leider wurden sehr viele umgefahren oder gestohlen. Ein Gerät hat man bei einer Hausdurchsuchung eines Jugendlichen gefunden“, resümiert der Jäger etwas betroffen. Auch deshalb, weil das Projekt in diesem Jahr beendet wurde. Das hängt einerseits mit den Kosten, andererseits mit dem geringen Erfolg zusammen. „Wir haben zwar einen Rückgang der Wildunfälle in den getesteten Bereichen feststellen können. Gleichzeitig wurden an anderen Stellen erhöhte Unfallzahlen bekannt“, räumt Bayer ehrlich ein.

Problem bleibt bestehen

Also bleibt das Problem der Wildunfälle weiter bestehen. Besonders gefährlich ist es auf Landstraßen, die nur wenig von Fahrzeugen genutzt werden.

Schon bei geringen Geschwindigkeiten treten sehr große Kräfte auf. „Trifft man mit 50 km/h auf einen 20 Kilogramm schweren Rehbock, wirkt eine halbe Tonne auf Fahrzeug und Fahrer, bei 100 km/h beträgt die Aufprallwucht bereits zwei Tonnen“, rechnet Jürgen Wagner vom ÖAMTC die Auswirkungen vor.

Schutz vor Wildunfällen

Der ÖAMTC rät dazu, im Bereich von Wildwechsel-Warnschildern aufmerksam und vorausschauend zu fahren und den Abstand zum Vorderfahrzeug möglichst groß zu halten. Ist ein Wildtier in Sicht, heißt es Geschwindigkeit reduzieren, Fernlicht ausschalten und hupen. Läuft das Tier davon, sollte man weiter vorsichtig sein, da Wildtiere meist in Gruppen flüchten. Ist ein Zusammenstoß unvermeidlich, sollte der Lenker stark bremsen und dabei das Lenkrad gut festhalten. Riskante Ausweichmanöver sind zu vermeiden. VN-hey

home button iconCreated with Sketch. zurück zur Startseite
  • VOL.AT
  • Vorarlberg
  • Bei Wildunfällen sterben 100.000 Tiere
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen