Bei Tempo 40 raufschalten

"Möglichst schnell in den 5. Gang schalten!". Tipps wie dieser waren vielen Teilnehmern des Spritspar-Wettbewerbs am Freitag neu. Sieger war, wer am benzinsparendsten 23 km zurücklegte.

Mit unseren Wettbewerbsautos ist das schon ab einer Geschwindigkeit von etwa 40 km/h möglich“, instruieren die Spritspar-Profis die Teilnehmer des Spritspar-Wettbewerbs am Freitag in Röthis. Dieser, wie auch einige andere Tipps für einen niedrigen Treibstoffverbrauch, stoßen bei den Kandidaten auf Verwunderung. Nach der kurzen Einführung durch die Fahrbegleiter starten die elf Teilnehmer des Vormittagsbewerbes im Zehn-Minuten-Takt vom ÖAMTCFahrsicherheitszentrum in Richtung Götzis. Für alle gelten die selben Bedingungen: Die gleiche Strecke, das gleiche Auto. Jeder hat ein genaues Verbrauchsmessgerät an Bord.

Auf der Fahrt zeigt sich, dass es mit dem Wettbewerbsauto, einem Smart Forfour mit Benzin-Motor, tatsächlich möglich ist, bei 40 km/h im fünften Gang zu fahren, ohne dass der Motor stottert.

„Ich habe gar nicht gewusst, dass das geht“, staunen gleich mehrere Teilnehmer und wollen es auf der Heimfahrt mit dem eigenen Auto ausprobieren.

Von den Experten war in der Einführung zu erfahren, dass eine Fahrt von unter 60 km/h im fünften Gang am spritsparendsten ist. Daher bemühen sich die Teilnehmer die 60-er-Marke nicht zu überschreiten.

Ein weiteres Ziel der Fahrer: Möglichst oft den Fuß vom Gaspedal zu nehmen, weil dann kein Benzin eingespritzt wird – also abwärts die Motorbremswirkung einzusetzen oder ausrollen zu lassen und aufwärts Schwung nützen.

Auch für die Kandidaten, die sich nicht fürs Finale qualifi zieren können, rentiert sich der Wettbewerb. Verschiedene Tipps zum Spritsparen sind vielen neu:

Zum Beispiel, dass es bei modernen Motoren sinnvoll ist, beim Schalten Gänge zu überspringen – also vom ersten in den dritten und von dort in den fünften zu schalten.

Auch der Reifendruck hat Einfluss auf den Treibstoffverbrauch. „Lieber ein paar Bar zuviel als zuwenig“, lautet die Devise der Fahrbegleiter.

Enorm ist auch die Auswirkung von transportierten Lasten auf den Spritverbrauch. Am meisten Sprit kostet es, sie auf dem Dach zu transportieren, weil der Luftwiderstand exponentiell mit der Geschwindigkeit zunimmt.

Zum ersten Mal findet der Spritspar-Wettbewerb des Umweltministeriums heuer mit Vorausscheidungen in allen Bundesländern statt. Bei der Vorarlberg-Ausscheidung am Freitag wagten sich 24 Teilnehmer an den Start – nur sechs davon waren weiblich.

Sieger fährt 100 km mit 3,22 Litern

Zwei Männer konnten sich für das Finale des Spritspar-Wettbewerbs qualifizieren.

Die beiden Spritsparmeister Vorarlbergs heißen: Jürgen Müller aus Satteins und Hartwig Riedmann aus Dornbirn. Mit einem Treibstoffverbrauch von 3,22 und 3,24 Litern auf 100 Kilometern schafften sie die vorgegebene Strecke von 22,6 Kilometern.

Beide werden im September zum Finale nach Wien fahren. Dort winken 6000 Euro Preisgeld für den Erstplatzierten.

Der Sieg von Jürgen Müller in der Vormittagsrunde kam nicht von ungefähr. „Ich versuche schon länger mit meinem Auto spritsparend zu fahren. Ich habe einen Bordcomputer, der mir den Spritverbrauch auf 100 km anzeigt.“ Als der Satteinser vor ein paar Wochen bei der Tankstelle den Folder vom Spritspar-Wettbewerb gesehen hat, war sein Ehrgeiz geweckt. Die Vorbereitung ging soweit, dass er sich vor dem Wettbewerb einen Smart Forfour zum Probefahren ausgeliehen hat.

Hartwig Riedmann, Bester in der Nachmittagsrunde, hat sich nicht vorbereitet. „Ich habe mich einfach bemüht und bin auch im normalen Straßenverkehr ein solider Fahrer“, so der Dornbirner. „Einige Tipps waren mir neu, aber das Fahren mit Überspringen von Gängen praktiziere ich schon länger.“

Beste weibliche Teilnehmerin: Die Hörbranzerin Ulrike Rauch wurde Zweitplatzierte beim Vormittagsbewerb.

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