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Bei Heidi hat Manuela die Hebel in der Hand

Manuela Schirnhofer ist Vorarlbergs erste Lokführerin einer Museumsbahn.
Manuela Schirnhofer ist Vorarlbergs erste Lokführerin einer Museumsbahn. ©Laurence Feider
Lokführerin beim Rheinbähnle

Manuela Schirnhofer ist die erste Lokführerin beim historischen Rheinbähnle.

Lustenau. Am 7. Mai hat die Dornbirnerin Manuela Schirnhofer als erste Frau die Prüfung zur Lokführerin beim Rheinbähnle abgelegt und wagt sich damit in eine bisher reine Männerdomäne.

Haben Sie sich immer schon für Eisenbahnen interessiert?
Schirnhofer: Ich bin schon als Kind gerne Zug gefahren. Das Größte und das Schönste war mit dem Zug in die Steiermark in Urlaub zu fahren. Vor 12 Jahren bin ich zum ersten Mal in einer Lok mitgefahren. Dies war eigentlich das Geburtstagsgeschenk für eine Freundin, wir durften von Feldkirch nach Innsbruck im Triebwerksfahrzeug mitfahren. Ich war total fasziniert und habe mir daraufhin kurzfristig überlegt Lokführerin zu werden, das war jedoch damals bei der ÖBB noch nicht möglich.

Was hat Sie bewegt, den Lokführerschein beim Rheinbähnle zu machen?
Schirnhofer: Ich hatte immer schon einen Hang zum Technischen und habe liebend gerne Dinge repariert, Häkeln habe ich dafür gehasst. Die Berufswünsche Lokführerin oder Kfz-Mechanikerin, habe ich jedoch irgendwann ad acta gelegt. Bis zum Dezember 2009. Bei einer Weihnachtsfeier bin ich draufgekommen, dass ein Freund Ausbildner beim Rheinbähnle ist und habe ihn gebettelt mich mal in der Lok mitfahren zu lassen. Jemand in der Runde schlug vor, ich solle selber den Lokführerschein machen – ich war begeistert und die Idee geboren.

Wie ist die Ausbildung abgelaufen?
Schirnhofer: Schon am 2. Januar durfte ich eine erste Probefahrt mit der Diesellok machen. Ich “fing sofort Feuer” und wusste, das ist das Richtige für mich. Was folgte waren 10 Fahrstunden und sehr viel Herzklopfen. Gerade bei den Bahnübergängen war ich am Anfang sehr nervös. Gleichzeitig gab es einen theoretischen Einführungskurs in die Technik und die Betriebsvereinbarungsvorschriften. Am 7. Mai habe ich gemeinsam mit fünf männlichen Anwärtern die Prüfung beim Eisenbahnsachverständigen Dietrich abgelegt und bin seither die erste weibliche Lokführerin beim Rheinbähnle.

Worauf kommt es beim Lenken der historischen Lokomotiven an?Schirnhofer: Man muss sich bewusst sein, dass es kein “Spielzeug” ist und ein besonderes Augenmerk auf die Erfüllung sämtlicher Sicherheitsvorkehrungen legen. Besonders bei den Bahnübergängen kann es schnell zu gefährlichen Situationen kommen. Die Lok ist ja auch eine betagte Dame mit der man vorsichtig und langsam fahren muss, ohne Gefühl geht da gar nix.

Auf welchen Lokomotiven dürfen sie fahren?
Schirnhofer: Ich habe eine Fahrbewilligung für unsere E- und Dieselloks Urs, Heidi, Elfi und Säntis. Heidi ist Jahrgang 1947 und mein absoluter Liebling. Für die Dampfloks braucht es einen eigenen Führerschein, die Ausbildung dauert zwei Jahre und ist sehr aufwendig.

Was ist für Sie das Schöne am Lokführen?
Schirnhofer: Nachdem die anfängliche Panik und der Stress sich gelegt haben, ist es einfach nur schön. Ich genieße die Fahrten am See entlang und kann dabei herrlich entspannen. Es ist für mich eine wunderbare Abwechslung zum oft hektischen Alltag.

Wie ist es sich als einzige Frau in einer Männerdomäne zu behaupten?
Schirnhofer: Die Männer sind alle sehr zuvorkommend und wahre Gentlemen. Einerseits nehmen sie mich mehr als Kollegen denn als Frau wahr, andererseits sind sie ein bisschen stolz, dass sie die einzige Museums-Lokführerin in Vorarlberg haben. Alle sind total unkompliziert, sie motivieren mich und geben mir auf alle technischen Fragen kompetente Antworten. Sonderbehandlung gibt es keine. Nachdem eine zweite Lokführerin in Ausbildung ist, bekomme ich bald weibliche Unterstützung.

Wie lange geht Ihre erste Saison als Lokführerin noch?
Schirnhofer: Wir fahren noch bis zum 26. Oktober mit dem historischen Rheinbähnle. Highlights sind, neben den regelmäßigen Rheinmündungsfahrten, unter anderem die Lunchfahrten die Rheinbähnle und Hohentwiel kombiniert anbieten. Die nächste Lunchfahrt ist am 11. Juli. Gemütlich und lustig sind auch die Frühschoppen-Fahrten, hier ist die nächste am 18.Juli. Vom 23. bis 27. August ist wieder die beliebte Kinderaktionswoche und am 26. September der “Bähnlesonntag”.

Zur Person: Manuela Schirnhofer
Geboren: 1975 in Dornbirn
Beruf: kaufmännische Angestellte
Hobbys: Lokfahren, Biken, Schwimmen, Wandern und Tanzen
Was ich mag: gutes Essen mit Freunden
Was ich nicht mag: Autofahrer, die das Gaspedal nicht finden
Lebensmotto: “Love it, change it or leave it!”

Fahrplan und Veranstaltungsprogramm des Rheinbähnle unter www.rheinschauen.at

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