Beeindruckende Farbfotos zeigen Schlangenhaut des Pluto

Die Schlangenhaut des Pluto zeigen neue beeindruckende Aufnahmen der Sonde New Horizons.
Die Schlangenhaut des Pluto zeigen neue beeindruckende Aufnahmen der Sonde New Horizons. ©NASA/JHUAPL/SwRI via AP
Die Sonde New Horizons war im Juli an dem Zwergplaneten vorbeigeflogen und liefert neue spektakuläre Aufnahmen des Zwergplaneten Pluto, die dessen "Schlangenhaut" zeigen.

Die jüngsten Impressionen vom Pluto zeigen verschiedenfarbige Bereiche und unterschiedliches Gelände auf der Oberfläche des Zwergplaneten. Dessen Struktur haben Wissenschaftler teilweise mit dem Begriff Schlangenhaut in Verbindung gebracht, was sich auf einen mit dem Namen Tatarus Dorsa belegten Höhenzug bezieht:

NASA/JHUAPL/SWRI
NASA/JHUAPL/SWRI ©NASA/JHUAPL/SWRI

New Horizons hat die am Donnerstag von der US-Weltraumbehörde Nasa veröffentlichten Bilder Mitte Juli aufgenommen. Da war die Sonde am Pluto vorbeigeflogen, um ihn zu erforschen.

Neues Pluto-Bild zeigt Stickstoff-Nebel und Eiskreislauf

Eine weitere spektakuläre Gegenlichtaufnahme der Raumsonde “New Horizons” zeigt den Zwergplaneten Pluto in neuem Licht: Auf dem ebenfalls im September von der US-Raumfahrtbehörde NASA veröffentlichten Foto sind spitze Eisberge, ausgedehnte Ebenen und große Gletscher im Sonnenuntergang zu sehen. Außerdem enthüllt das Foto die dünne Stickstoffatmosphäre des Eiszwergs.

SPACE PLUTO
SPACE PLUTO ©EPA/NASA

Die mehr als zwölf verschiedenen Schichten reichen demnach bis zu 100 Kilometer hoch. Auf dem Boden liegt Stickstoff-Nebel. “Abgesehen davon, dass es optisch atemberaubend ist, sind diese tief liegenden Dunstschleier ein Hinweis darauf, dass sich das Wetter auf dem Pluto von Tag zu Tag ändert – wie auf der Erde”, erläuterte “New Horizons”-Forscher Will Grundy vom Lowell-Observatorium in einer NASA-Mitteilung vom Donnerstagabend (Ortszeit).

Space Pluto
Space Pluto ©NASA/JHUAPL/SwRI via AP

Zusammen mit anderen Beobachtungen der Raumsonde liefert die neue Aufnahme Belege für eine Art Eiskreislauf auf dem Pluto, allerdings mit verschiedenen exotischen, weichen Eisarten statt mit Wasser. So scheint etwa Stickstoff von einer großen Eisebene namens Sputnik Planum in der auffälligen herzförmigen Region auf dem Pluto zu verdunsten und sich weiter östlich abzulagern. Von diesen Stickstoffeis-bedeckten Gebieten fließen wiederum Gletscher zurück nach Sputnik Planum, die an die Gletscher am Rande der grönländischen und antarktischen Eiskappen auf der Erde erinnern.

Pluto
Pluto ©NASA/Johns Hopkins University Applied Physics Laboratory/Southwest Research Institute via AP

“Wir haben nicht erwartet, Hinweise auf so einen Stickstoff-basierten Glazialkreislauf auf Pluto zu finden, der bei den frostigen Bedingungen des äußeren Sonnensystems funktioniert”, erläuterte Pluto-Geologe Alan Howard von der Universität von Virginia in der Mitteilung. Der vom schwachen Sonnenlicht angetriebene Eiskreislauf erscheine direkt vergleichbar mit dem hydrologischen Kreislauf, der die irdischen Eiskappen füttere, indem Wasser aus dem Ozean verdunstet, als Schnee fällt und über fließende Gletscher ins Meer zurückkehrt.

“Pluto ist in dieser Hinsicht überraschend erdähnlich”, betonte “New Horizons”-Chefwissenschaftler Alan Stern. “Und keiner hat dies vorhergesagt.” (Reuters/APA/red)

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