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Bedarfsgerechte Kinderbetreuung

Die „Rund-um-die-Uhr-Kinderbetreuung“, wie sie in Finnland gang und gäbe ist, ist für den Bregenzer Stadtrat Michael Rauth, der mit einer Vorarlberger Delegation die Situation in Finnland studierte, kein Thema.

Aber auch sonst sieht der Bregenzer Stadtrat nur wenig Handlungsbedarf.

„Der grundsätzliche Unterschied zwischen den Kindergärten in Finnland und in Vorarlberg besteht darin, dass in Finnland ein Anspruch auf einen Betreuungsplatz ab dem 8. Lebensmonat bis zum 7. Lebensjahr gegeben ist – bei uns aber in den Regelkindergärten erst ab dem 4. Lebensjahr“, erläutert Michael Rauth und findet unser System besser. „Bei uns wird Kleinkinderbetreuung nur in Anspruch genommen, wenn es keine anderen Möglichkeiten gibt“.

In Spielgruppen werden Kinder ab dem 1. Lebensjahr stundenweise – je nach Bedarf – betreut, sodass Mütter auch ihren Beruf ausüben können. Und berufstätige Mütter können ihre Kinder ab dem 3. Lebensjahr in den Regelkindergarten schicken. „Dort bieten wir flexible Öffnungszeiten von 7 bis 17 Uhr – mit einer Stunde Mittagspause – an. Im Kindergarten Braike und in den Ganztagskindergärten können die Kinder auch ihr Mittagessen einnehmen.“

Etwas hat dem Bregenzer Stadtrat aber in Finnland imponiert: „In Finnland haben alle Kindergärtnerinnen ein Universitätsstudium absolviert. Sie sind für die Betreuung von Kindern ab dem 8. Lebensmonat bis zum 7. Lebensjahr (das Schuleintrittsalter in Finnland) ausgebildet. Diese Ausbildung ermöglicht einen weitaus flexibleren Einsatz der Kindergärtnerinnen, was auch bei uns wünschenswert wäre.“

So umfassend die Kleinkinderbetreuung in Finnland auch sein mag – bei der Schülerbetreuung hat Bregenz die Nase vorne: „Es gibt zwar Mittagessen in den Schulen, aber keine Nachmittagsbetreuung nach 16 Uhr, wie bei uns“. Das lässt sich die Stadt auch einiges kosten: Insgesamt werden in Bregenz im Jahresdurchschnitt 622 Schulkinder pro Woche betreut, das kostet insgesamt – ohne Mittagessen – 332.900 Euro. Die Eltern zahlen davon nur knapp zehn Prozent, nämlich 31.800 Euro, der Rest wird von der Stadt und dem Land finanziert.

Steigende Geburtenrate
Ganz entgegen dem Landestrend wird in Bregenz mit einer steigenden Geburtenrate gerechnet. „2005 wird das Wellental erreicht, dann steigen die Geburten bis 2009/2010 wieder auf den hohen Stand der 90er-Jahre. Daher wird die Kinderbetreuung in Zukunft einen noch größeren Stellenwert einnehmen.“

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