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ÖBB-Baustelle: Es hagelt Verspätungen

Bregenz (VN) - Zugreisende quer durch Österreich sollten sich mit guter Lektüre eindecken. Sie sind derzeit deutlich länger unterwegs. Verspätungen von bis zu 150 Minuten verschulden nicht nur die gegenwärtigen Arbeiten an der Arlbergstrecke, betont Pressesprecher Rene Zumtobel.

Auch die Umleitungen über Deutschland müssen kurzfristig erweitert werden.

Es muss schnell gehen

Gearbeitet wird unter Hochdruck. Es muss vor allem schnell gehen. „Arbeiten entlang der Bahnstrecke kennen keine Wetterschicht.“ Also tauschen ÖBB-Mitarbeiter derzeit am Bahnhof Dalaas Gleise und Weichen aus. Am Höllentobel- Viadukt werden neue Gleistragplatten aufgetragen. Im Arlbergtunnel fallen letzte Arbeiten an der Stromschiene an. Auf der Trisannabrücke, die 1883 errichtet und damals sensationellerweise elektrisch beleuchtet wurde, müssen die Verstrebungen verstärkt werden. Das Stahltragwerk ist bereits 1964 erneuert worden.

Weniger Fahrgäste im Sommer

All diese Arbeiten können nur bei gesperrter Zugstrecke erfolgen. Warum aber ausgerechnet zur Hauptreisezeit? „Normalerweise überqueren rund 5000 Menschen täglich den Arlberg in 25 bis 30 Zügen.“ In der Ferienzeit fallen Zumtobel zufolge die Studenten weg, auch die Zahl der Berufspendler bricht merklich ein. „Dann haben wir rund 1000 Fahrgäste weniger.“ Den Touristen versuchen die ÖBB mit guter Information entgegenzukommen. „Vor allem unser Fahrplan im Internet hilft uns da sehr.“ Zumtobel hat bislang kaum Beschwerden wahrgenommen. In roter Schrift prangen die Worte Umleitung, Schienenersatzverkehr und Arlbergstrecke unter den Online- Abfragen. „Die jeweiligen Verspätungen haben wir in die Ankunftszeiten, soweit es geht, eingearbeitet.“

So kommt der Nachtzug Zürich-Wien via München- Lindau-Fekldkirch-Buchs derzeit mit 100 bis 120 Minuten Verspätung an. Normalerweise fährt er in Zürich um 07.20 Uhr ein. Jetzt lautet die geplante Ankunftszeit 09.06 Uhr. Der Nachtzug Bregenz-Wien fährt mit 30 bis 60 Minuten Verspätung ein. Vom 12. bis 16. August kommt neue Unbill hinzu: „In München-Pasing wird ein elektronisches Stellwerk installiert.“ Deshalb müssen die Züge aus Österreich für diese Zeit noch großräumiger über Augsburg umgeleitet werden. Damit erhöhen sich die Verspätungen für den Zug Wien-Zürich auf bis zu 150 Minuten und für Bregenz-Wien auf 60 Minuten.

Tagsüber kommen die Fernzüge laut Zumtobel zu 80 Prozent mit fünf bis zehn Minuten Verspätung davon. „Wenn freilich ein Doppelrailjet unterwegs ist, wird’s mehr.“ Dann brauchen die ÖBB für rund 800 Reisende entsprechend mehr Busse im Schienenersatzverkehr zwischen Bludenz und Landeck. „Mit 20 Minuten mehr Reisezeit muss man dann rechnen.“

Neue Trisannabrücke

Apropos Schienenersatzverkehr: Der wird ab Mittwoch kommender Woche bereits ab Bahnhof Ötztal die Züge ersetzen. Dann nämlich binden die Mitarbeiter der ÖBB eine 2600 Tonnen schwere neue Brücke über die Ötztaler Ach ins Schienennetz ein. Ein Quäntchen mehr Verspätung wird zu erwarten sein. Am Sonntag, 21. August, ist um 20 Uhr freilich alles vorüber. Dann sollten über 20 Baustellen erledigt sein und alle Züge wieder planmäßig verkehren.

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